Sabotagewelle in Deutschland: 93 gezielte Angriffe auf Verkehrswege im Jahr 2025
Siegrid RöhrichtSabotagewelle in Deutschland: 93 gezielte Angriffe auf Verkehrswege im Jahr 2025
Deutschland verzeichnet dramatischen Anstieg gezielter Angriffe auf Verkehrswege
2025 registrierten die Behörden 93 Fälle von vorsätzlicher Sabotage an der Transportinfrastruktur – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Die Vorfälle reichen von Bahnstörungen bis hin zu mutmaßlichen Spähangriffen auf militärisch genutzte Routen.
Der Trend begann bereits vor 2025: Seit mindestens 2022 häufen sich Berichte über gezielte Anschläge. So entgleiste am 12. Januar 2025 ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem Unbekannte eine Metallklemme auf den Schienen platziert hatten. Dadurch sprang die führende Achse der Lokomotive aus den Gleisen.
Im Mai 2025 wurden zwei Männer festgenommen, die Brand- und Bombenanschläge auf den deutschen Güterverkehr geplant haben sollen. Beide gelten als niederrangige Agenten und stehen derzeit vor Gericht. Im selben Jahr wurden zwölf Straftaten unter einer neuen Rechtskategorie erfasst: „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“.
Weitere Vorfälle umfassten einen Brand in einem Berliner Kabelkanal im Januar 2025, für den sich linksextremistische Gruppen verantwortlich erklärten – mit Folgen für den Regionalverkehr. Im September 2025 durchsuchten Ermittler ein Frachtschiff in den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals, nachdem der Verdacht auf Drohnenspionage gegen ein Marineschiff aufgekommen war. Kurz darauf sollte ein US-Militärkonvoi dieselbe Route passieren.
Im Ausland sprengten im Herbst 2025 zwei Ukrainer im Auftrag Russlands eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin.
Die Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zeigen einen klaren Aufwärtstrend: Die 93 Fälle von 2025 bedeuten einen Anstieg gegenüber 78 im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Die neue juristische Kategorie für agentengesteuerte Sabotage unterstreicht die wachsende Sorge vor koordinierten Bedrohungen.






