Salzgitter lehnt Tiny Houses ab – und verpasst Chance auf bezahlbaren Wohnraum
Oliver LinkeSalzgitter lehnt Tiny Houses ab – und verpasst Chance auf bezahlbaren Wohnraum
Ein Antrag zur Einführung von Tiny Houses in Salzgitter wurde diese Woche vom Stadtrat mit großer Mehrheit abgelehnt. Der von der DiBo-Gruppe eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und die kleinen Häuser in die örtlichen Bebauungspläne zu integrieren. Bei der Sitzung am Mittwoch unterstützten lediglich zwei Ratsmitglieder die Idee.
Die DiBo-Gruppe, angeführt von den ehemaligen AfD-Politikern Thomas Disselhof und Jörg Bogun, argumentierte, dass Tiny Houses sowohl älteren Bürgern als auch jungen Familien zugutekämen. Sie betonten, dass diese kompakten Wohnlösungen Senioren den Umzug in ein kleineres Zuhause ohne kostspielige Umbauten ermöglichen würden, da die meisten Modelle bereits barrierefrei gestaltet seien. Zudem schlug die Gruppe vor, die Häuser an jüngere Familien zu verkaufen, um so die finanzielle Belastung der Stadt für Senioreneinrichtungen zu verringern.
Der Antrag forderte klare Regelungen, wo und wie Tiny Houses errichtet werden dürfen. Er sah vor, bestehende und künftige Bebauungspläne anzupassen, um sie als standardisierte Wohnoption aufzunehmen. Gründe für die Ablehnung des Antrags durch den Rat wurden jedoch nicht genannt.
Mit der Ablehnung des Vorhabens wird Salzgitter die Pläne zur Einbindung von Tiny Houses in seine Wohnungsbaustrategie nicht weiterverfolgen. Die Entscheidung des Rates lässt die Stadt ohne neue Optionen für bezahlbaren oder barrierefreien Wohnraum zurück – zumindest im Rahmen dieses Vorschlags. Eine weitere Debatte über das Thema ist derzeit nicht vorgesehen.






