Schleswig-Holsteins Industrie kämpft bis **Ende September** mit historischen Einbrüchen
Oliver LinkeIndustrielle Produktion im Norden bleibt bis Ende September niedriger - Schleswig-Holsteins Industrie kämpft bis **Ende September** mit historischen Einbrüchen
Industrieproduktion im Norden bleibt bis Ende September gedämpft
Industrieproduktion im Norden bleibt bis Ende September gedämpft
Industrieproduktion im Norden bleibt bis Ende September gedämpft
- Dezember 2025, 11:34 Uhr
Die Industrieproduktion in Schleswig-Holstein ist in den ersten drei Quartalen 2025 deutlich zurückgegangen. Die nominalen Umsätze sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast sechs Prozent. Inflationsbereinigt betrug der Rückgang sogar 7,3 Prozent.
Dieser Einbruch fällt in eine Phase, in der die deutsche Industrie insgesamt das vierte Jahr in Folge schrumpft und viele Schlüsselbranchen deutlich unter ihren Kapazitäten arbeiten.
Besonders betroffen ist der Bereich Verkehrsausrüstung: Die Schiffbauindustrie und verwandte Sektoren verzeichneten einen realen Umsatzeinbruch von 61,9 Prozent. Auch die Automobilproduktion und die Herstellung von Fahrzeugteilen büßten 18,8 Prozent ein, während die Produktion von Papier und Pappe um 15,5 Prozent schrumpfte.
Am stärksten betroffen waren die Exporte außerhalb der Eurozone, die um 17,7 Prozent einbrachen. Aber auch der Inlandsumsatz gab um 4,3 Prozent nach. Trotz des allgemeinen Rückgangs gab es Ausnahmen: Die Metallwarenherstellung legte um 7,2 Prozent zu, die Pharmaindustrie wuchs um 7,1 Prozent, und die Produktion von Nahrungsmitteln und Tierfutter stieg um 5,6 Prozent.
Auf nationaler Ebene setzte sich der Abwärtstrend der deutschen Industrie fort: Für 2025 wird ein weiterer Produktionsrückgang von zwei Prozent erwartet. In der chemischen Industrie lag die Kapazitätsauslastung bei nur 70 Prozent – unter der Rentabilitätsschwelle –, während der Maschinenbau mit 80,8 Prozent so niedrig ausgelastet war wie seit dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie nicht mehr. Im dritten Quartal 2025 verzeichneten die Automobilherstellung (–3,2 Prozent), die Metallproduktion (–5,4 Prozent) und die Elektronikbranche (–3,0 Prozent) weitere Rückgänge.
Auch die Zahl der größeren Unternehmen in Schleswig-Holstein ging leicht zurück: Bis Ende September 2025 gab es noch 559 Betriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten – neun weniger als im Vorjahr.
Die Zahlen zeichnen ein gemischtes, aber überwiegend düsteres Bild der Industrie in Schleswig-Holstein. Zwar konnten einige Branchen wachsen, doch die Mehrheit kämpft mit deutlichen Umsatzverlusten und nachlassender Nachfrage. Die deutsche Industrie insgesamt bleibt unter Druck, mit unausgelasteten Kapazitäten und weiter sinkender Produktion.
