Schneechos in Niedersachsen: Schulen schließen – doch diesmal ist der Fernunterricht besser vorbereitet
Dörthe ScheuermannKeine Schule wegen Eis - Was Schulleitungen sagen - Schneechos in Niedersachsen: Schulen schließen – doch diesmal ist der Fernunterricht besser vorbereitet
Schwerer Schnee und Eis zwingen in Niedersachsen seit Wochen immer wieder zur Schließung von Schulen. Da es keine gesetzliche Pflicht für Fernunterricht gibt, entscheiden die lokalen Behörden, ob der Unterricht komplett ausfällt oder – etwa in digitaler Form – stattfindet. Lehrkräfte sind jedoch mittlerweile besser auf das Distanzlernen vorbereitet als noch während der Pandemiejahre.
Die aktuellen Unterbrechungen erinnern an die Herausforderungen des Jahres 2020, als Schulen monatelang wegen Covid-19 geschlossen bleiben mussten. Damals stellten Pädagogen schnell altersgerechte Konzepte für den Fernunterricht auf. Besonders jüngere Schüler hatten Schwierigkeiten mit strukturierten Online-Stundenplänen, doch die Lehrkräfte fanden Wege, Aufgaben per E-Mail an die Eltern zu schicken, damit diese zu Hause bearbeitet werden konnten. Ältere Schüler profitierten hingegen von digitalen Tools wie der Niedersächsischen Bildungscloud (NBC), einer Plattform, die während der Pandemie eingeführt wurde.
Das NBC-System wurde seitdem mit einem übersichtlicheren Design, erweiterten Funktionen und Features wie gemeinsamen Arbeitsbereichen für Gruppenprojekte aufgewertet. Es bleibt bis heute aktiv und unterstützt flexibles Lernen – auch bei wetterbedingten Schulschließungen. Ein Erlass vom 6. Februar 2025 verband die Plattform sogar mit dem Startchancen-Programm, um sicherzustellen, dass Schulen bei Bedarf auf Fernunterricht umstellen können.
Trotz dieser Hilfsmittel liegt die Entscheidung, den Präsenzunterricht ausfallen zu lassen – ohne verpflichtende digitale Alternativen anzubieten –, weiterhin bei den Landkreisen und Kommunen. Matthias Aschern, Vorsitzender des Niedersächsischen Schulleiterverbandes, versicherte Eltern jedoch, dass kein Schüler wegen des Winterwetters seine Abschlussqualifikationen gefährdet sehe.
Die Schulen in Niedersachsen verfügen heute über mehr Möglichkeiten als 2020 – dank verbesserte digitale Systeme und der Erfahrungen der Lehrkräfte. Die NBC-Plattform und die Lehren aus der Pandemie ermöglichen reibungslosere Übergänge, wenn Schulgebäude geschlossen werden müssen. Doch die letzte Entscheidung über Ausfälle – und ob Fernunterricht stattfindet – bleibt bei den regionalen Behörden.