25 January 2026, 04:57

Schulen bilden Jugendliche für Krisenfälle wie Stromausfälle und Fluten aus

Eine Klasse in Nigeria mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken sitzen oder stehen, mit Büchern und Gegenständen auf Tischen, Fenstern, einer Tür und Deckenlampen und Ventilatoren im Hintergrund.

Dosenwaren und Konserven - Schüler trainieren für Notfälle - Schulen bilden Jugendliche für Krisenfälle wie Stromausfälle und Fluten aus

Notfallvorsorge wird zum festen Bestandteil des Schulunterrichts in Deutschland

Das Thema gewinnt an Dringlichkeit – nicht zuletzt nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz und den verheerenden Flutkatastrophen des Jahres 2024. Nun lernen Schülerinnen und Schüler in Winnenden im Rahmen eines Pilotprojekts, wie sie mit Krisen wie Stromausfällen oder Naturkatastrophen umgehen können.

Am Georg-Büchner-Gymnasium führt die Hilfsorganisation Malteser eine Initiative durch, in der Jugendliche praktische Fähigkeiten für den Ernstfall vermittelt bekommen. Sie erfahren, was in einen Notfallrucksack gehört und wie sie sich mit lebenswichtigen Vorräten wie Lebensmitteln, Wasser und Konserven eindecken. Selbst kleine Dinge wie Kartenspiele werden thematisiert – sie sollen helfen, Stress in langandauernden Krisensituationen besser zu bewältigen.

Einige Schülerinnen und Schüler stießen nach den Flutkatastrophen 2024 zur Arbeitsgruppe, nachdem sie die Folgen hautnah miterlebt hatten. Diese Erfahrungen motivierten sie, sich intensiver mit dem Thema Vorsorge auseinanderzusetzen. Baden-Württemberg hat bereits einen verpflichtenden Aktionstag für Sechstklässler eingeführt, der seit dem Schuljahr 2023/2024 jährlich stattfindet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt befürwortet eine bundesweite Ausweitung solcher Bildungsangebote. Sein Argument: Schulen sollten junge Menschen darin schulen, sich selbst zu schützen, anderen zu helfen und in Krisen solidarisch zu handeln. Fachleute raten zudem, die Schülerinnen und Schüler über das gesamte Schuljahr hinweg einzubinden, um die Notfalltrainings nachhaltig zu verankern.

Das Programm in Winnenden ist Teil einer wachsenden Bewegung, die Krisenvorsorge fest im Lehrplan verankern will. Mit Unterstützung von Hilfsorganisationen und politischen Verantwortlichen könnten bald immer mehr Jugendliche lernen, in Notsituationen richtig zu reagieren. Das Ziel: eine Generation, die auf zukünftige Herausforderungen besser vorbereitet ist.