Schwarzwald-Dorf wird zum verstreuten Hotel – ein ungewöhnliches Tourismusprojekt startet
Siegrid RöhrichtSchwarzwald-Dorf wird zum verstreuten Hotel – ein ungewöhnliches Tourismusprojekt startet
Ein neues Projekt will ein Dorf im Schwarzwald in eine besondere Art von Hotel verwandeln. Das Konzept eines "Albergo Diffuso" – auf Deutsch etwa "verstreutes Hotel" – sieht vor, dass Gästezimmer auf mehrere Gebäude verteilt werden, statt wie üblich an einem zentralen Standort untergebracht zu sein. Die Initiatoren erhoffen sich davon eine Belebung der oft kämpfenden Dorfkerne und gleichzeitig mehr Besucher für die Region.
Hinter der Idee stehen die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und die Compass Tourismus Partner eG (co:compass). Gesucht wird ein Dorf, in dem die Gebäude maximal 400 Meter voneinander entfernt liegen. Entscheidend ist auch die Unterstützung der lokalen Bevölkerung – ohne sie kommt eine Bewerbung nicht infrage.
Bisher haben sich drei Dörfer offiziell beworben, fünf weitere zeigen großes Interesse. Die Frist für Einreichungen läuft bis zum 30. März, die endgültige Entscheidung soll bis Ende April fallen. Wird ein Standort ausgewählt, würden Frühstück und Abendessen in bestehenden Betrieben wie Bäckereien oder Gasthäusern serviert.
Das Modell hat sich bereits anderswo bewährt: Corippo in der Schweiz etwa verwirklichte 2017 ein "Albergo Diffuso" – mit nur 14 Einwohnern. Ein weiteres Schweizer Dorf, Grengiols, startete 2024 ein ähnliches Projekt mit rund 400 Bewohnern. Beide Initiativen halfen, leerstehende Häuser neu zu nutzen und brachten Touristen näher ans lokale Leben.
Im ausgewählten Schwarzwald-Dorf würden ungenutzte Immobilien zu Gästezimmern umgebaut. Das könnte den Anwohnern zusätzliche Einnahmen verschaffen und gleichzeitig den Charakter der Region bewahren. Die Veranstalter sind überzeugt, dass das Konzept die Verbindung zwischen Einheimischen und Besuchern im Schwarzwald stärken wird.






