09 March 2026, 06:54

Schwerins Buchstabenmuseum in Berlin schließt – doch die Rettung naht vielleicht aus Chemnitz

Eine alte Postkarte mit verschiedenen Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, sowie einigen handgeschriebenen Text.

Schwerins Buchstabenmuseum in Berlin schließt – doch die Rettung naht vielleicht aus Chemnitz

Schwerins Buchstabenmuseum mit rund 3.500 Neonleuchtbuchstaben schließt bis Jahresende seine Türen

Steigende Kosten und ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie machen den Weiterbetrieb unmöglich. Zu den Exponaten zählen ikonische Schilder wie der Dekorative Fisch, der über 40 Jahre lang am Frankfurter Tor ein vertrautes Bild war.

Das Museum eröffnete 2010 in einem S-Bahn-Bogen (Nr. 424) nahe dem Bahnhof Bellevue in Mitte und präsentierte vor allem Schilder aus Berlin, aber auch aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Sammlung besitzt kulturellen und historischen Wert, bewahrt sie doch Stücke der DDR- und deutschen Stadtgeschichte. Dazu gehört auch das Neon-Schild Dekorativer Fisch, das Anfang der 1980er-Jahre installiert wurde und von dem um 1999 eine Replik entstand. Später wurde das Original abgebaut und in die Museumssammlung aufgenommen.

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Barbara Dechant, Gründerin und Leiterin des Museums, hat das Projekt mit Unterstützung eines 120 Mitglieder zählenden Vereins, darunter der Designer Lucas de Groot, vorangetrieben. Nun suchen sie und ihr Team nach einem neuen Lagerraum und einem Partner, der die Sammlung übernehmen könnte. Ein möglicher Kandidat ist das Sächsische Industriemuseum in Chemnitz, das bereits Ausstellungen zu Neonreklame und Industriegeschichte zeigt – darunter die Schau Chemnitz leuchtet.

Seit der Pandemie haben sich die Besucherzahlen halbiert, während Energie- und Betriebskosten stark gestiegen sind. Ohne ausreichende Finanzierung lässt sich das Museum in seiner jetzigen Form nicht länger halten.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für das Berliner Buchstabenmuseum, doch die Bemühungen um seine Zukunft gehen weiter. Vielleicht findet die Sammlung, darunter auch der Dekorative Fisch, in Chemnitz oder einer anderen Einrichtung ein neues Zuhause. Bis dahin bleibt das Museum an seinem aktuellen Standort noch bis Dezember geöffnet.

Quelle