Silent Disco verwandelt Hannovers Leineschloss in eine ungewöhnliche Tanzfläche
Dörthe ScheuermannStumme Party: Landtag für sechs Stunden in einen Club verwandelt - Silent Disco verwandelt Hannovers Leineschloss in eine ungewöhnliche Tanzfläche
Hannovers historisches Leineschloss wurde am 30. Januar 2026 zur ungewöhnlichen Tanzfläche
Hunderte Menschen versammelten sich in dem niedersächsischen Landtagsgebäude zu einer Silent Disco und verwandelten den repräsentativen Bau in eine lebendige Musiklocation. Die Veranstaltung zog weit mehr Besucher an als erwartet – sowohl angemeldete Gäste als auch spontane Teilnehmende feierten mit.
Die sechsstündige Party begann noch vor Sonnenuntergang und dauerte bis über die Umstellung auf die Winterzeit hinaus. Die Gäste trugen Kopfhörer und konnten zwischen drei DJ-Sets wählen: aktuellen Pop-Hits, Klassikern der 80er und 90er oder Techno. Trotz des "stillen" Formats drang vereinzelt Musik in den Saal, was die energiegeladene Stimmung noch verstärkte.
Eigentlich hatten sich rund 420 Personen vorab angemeldet, doch die Veranstalter verkauften zusätzlich Tickets an der Abendkasse. Weitere 300 unangekündigte Gäste erschienen – vermutlich aufgrund von Social-Media-Hype und Mundpropaganda unter jungen Leuten aus der Region. Auch die Besonderheit der Location, eine Tanzparty in einem Regierungsgebäude, dürfte zum großen Andrang beigetragen haben.
Der Eintritt war kostenlos, allerdings zahlten die Teilnehmenden eine Pfandgebühr von fünf Euro für die Kopfhörer. Das Silent-Disco-Format ermöglichte es, unterschiedliche Musikgeschmäcker nebeneinander zu erleben – passend zum Motto der Veranstaltung, das eine offene, pluralistische Demokratie feierte.
Die stille Disco verwandelte einen Ort der Politik in einen Raum des Feierns. Mit über 700 tanzenden Menschen unter einem Dach zeigte die Veranstaltung, wie Musik und Demokratie auf unerwartete Weise zusammentreffen können. Angesichts des großen Zuspruchs könnten die Organisatoren künftig ähnliche Events in Erwägung ziehen.