Söder will Rente mit 63 streichen – SPD kontert mit scharfer Kritik
Dörthe ScheuermannSPD-Sozialexpertin: Söders Aussagen zu Mehrarbeit 'abwegig' - Söder will Rente mit 63 streichen – SPD kontert mit scharfer Kritik
In Deutschland ist eine Debatte über Renten und Arbeitszeiten zwischen politischen Spitzenpolitikern entbrannt. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, schlug vor, die "Rente mit 63" abzuschaffen und die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde zu erhöhen. Die SPD-Sozialexpertin Annika Klose lehnte beide Vorschläge entschieden ab.
Söder regte an, die Möglichkeit eines vorzeitigen, abschlagsfreien Renteneintritts mit 63 schrittweise zu streichen. Zudem forderte er eine zusätzliche Wochenstunde, um das Wirtschaftswachstum zu stärken. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit anhaltender Herausforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Klose wies die Pläne kategorisch zurück. Sie argumentierte, dass Arbeitnehmer bereits lange Arbeitszeiten leisteten und bei Bedarf Einsatz zeigten. Zudem betonte sie, dass Arbeitszeiten Sache der Tarifpartner seien – also von Gewerkschaften und Arbeitgebern – und nicht von Politikern geregelt werden sollten.
Die Diskussion findet vor dem Hintergrund sich wandelnder Rentenvorschriften statt. Seit 2012 steigt das reguläre Renteneintrittsalter für den vollen Bezug schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Diese Änderung, die mit dem Rentengesetz von 2007 eingeführt wurde, soll bis 2031 abgeschlossen sein. Schwerbehinderte (mit einem GdB von 50 oder höher) können weiterhin mit 65 ohne Abzüge in Rente gehen. Allerdings enden zum 1. Januar 2026 die Sonderregelungen für die Jahrgänge 1964 – sie müssen dann ebenfalls 65 Jahre alt sein, um die volle Rente zu erhalten.
Klose verwies auf ein weiteres Problem: Ältere Arbeitnehmer hätten oft Schwierigkeiten, im Job zu bleiben. Sie kritisierte, dass Berufsförderungsmaßnahmen für über 55-Jährige häufig gestrichen würden. Das erschwere es ihnen zusätzlich, im Erwerbsleben zu bleiben.
Das aktuelle Rentensystem sieht bereits vor, dass die meisten Arbeitnehmer bis 65 oder älter warten müssen, um die volle Rente zu erhalten. Die Debatte dreht sich nun darum, ob weitere Änderungen – wie die Abschaffung des vorzeitigen Renteneintritts oder die Ausweitung der Arbeitszeit – notwendig sind. Kloses Aussagen deuten darauf hin, dass die SPD jeden Schritt ablehnen wird, der die Belastung für Beschäftigte erhöht.