Spontaner Gebetskreis nach Deutschlands 7:1-Sieg sorgt für Diskussionen
Dörthe ScheuermannSpontaner Gebetskreis nach Deutschlands 7:1-Sieg sorgt für Diskussionen
Ein spontaner Gebetskreis zwischen deutschen und Curaçao-Spielern hat nach dem 7:1-Sieg Deutschlands für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Moment war eine freiwillige Bekundung des Glaubens, die von keiner Fußballinstitution organisiert wurde. Spieler beider Mannschaften versammelten sich auf dem Platz, um gemeinsam zu beten.
Zu den deutschen Akteuren, die sich ihren Gegnern aus Curaçao anschlossen, gehörten Felix Nmecha und Jonathan Tah. Nmecha erklärte später, die Gruppe habe gebetet, weil sie den christlichen Glauben teile und Dankbarkeit ausdrücken wolle. Sie seien überzeugt, dass das Spiel selbst Jesus verherrliche – was sie zu dieser gemeinsamen Andacht inspiriert habe.
Auffällig an dem Gebetskreis war, dass er weder geplant noch inszeniert war. Im Gegensatz zu anderen Gesten im Fußball, wie dem Kniefall, handelte es sich nicht um Teil einer größeren Kampagne. Der Kniefall hat sich in Europa und Nordamerika als Protest gegen rassistische Ungerechtigkeit etabliert.
Die Debatten um die Black-Lives-Matter-Bewegung prägen seit Langem auch den Fußball. Vereine, Verbände und Initiativen setzen sich für Vielfalt und Inklusion ein – etwa durch Symbole wie Regenbogenfarben oder die OneLove-Armbinde. Diese Aktionen spalten jedoch die Fans: Manche kritisieren, der Fußball werde zunehmend für politische oder kulturelle Botschaften instrumentalisiert.
Der Gebetskreis blieb ein persönlicher, unvorbereiteter Moment. Er zeigte, wie individueller Glaube im Profisport sichtbar werden kann. Gleichzeitig gehen die Diskussionen über Aktivismus und Symbolik im Fußball unter Anhängern und Organisationen weiter.






