Staat Entzieht Vorerst Finanzierung für Geplante Batteriefabrik
Siegrid RöhrichtStaat Entzieht Vorerst Finanzierung für Geplante Batteriefabrik
Land stoppt vorläufig Förderung für geplantes Batteriewerk
Die Baustelle des ehemaligen Northvolt-Werks „Northvolt Three“ in Heide. Foto: Charisius
- September 2025, 06:51 Uhr
Schleswig-Holstein hat die geplanten Fördermittel für die Batterie-Gigafactory in Heide vorläufig gestoppt, nachdem der schwedische Hersteller Northvolt Insolvenz angemeldet hat. Die Entscheidung des Landes fällt in eine Phase, in der die Übernahmeverhandlungen mit dem US-Unternehmen Lyten noch laufen. Die Behörden haben die finanzielle Freigabe für dieses und das kommende Jahr zurückgezogen – begründet wird dies mit Verzögerungen beim Projektfortschritt.
Die Zukunft der Gigafactory bleibt ungewiss, zumal Zweifel an Lyten’s Fähigkeit zur Übernahme bestehen. Das US-Unternehmen hat zwar erste Standortpläne beim Land eingereicht, diese werden jedoch noch geprüft und überarbeitet. Gleichzeitig sollen die Verhandlungen zwischen Northvolt und Lyten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden; ein Vertragsabschluss ist für „diesen Herbst“ vorgesehen – ein konkretes Datum steht jedoch noch aus.
Das Land hatte das Vorhaben zuvor mit einer Wandelanleihe unterstützt, die je zur Hälfte von Bund und Land garantiert wurde. Zudem sicherte sich Northvolt rund 600 Millionen Euro von der staatseigenen KfW-Bank für den Bau. Die von der EU zugesagten 700 Millionen Euro sind jedoch bis heute nicht geflossen.
Mit dem Rückzug der geplanten Landesmittel gerät das Projekt weiter unter Druck. Die Streichung betrifft die Haushaltsplanung für dieses und das nächste Jahr, da die Gelder nie rechtzeitig abgerufen wurden.
Die Entwicklung des Standorts Heide steht nun auf der Kippe, solange Lyten’s Übernahme nicht unter Dach und Fach ist. Ohne Landes- oder EU-Förderung ist der Zeitplan für den Bau der Gigafactory fraglich. Sollten die Verhandlungen scheitern, gibt es bisher keine Alternativpläne der Behörden.
