04 May 2026, 08:37

Streit um geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele vs. fossile Energie

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude während einer Klimaprotest in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Streit um geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele vs. fossile Energie

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz scharf kritisiert. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichten – trotz wachsender Gegenwehr. Die geplante Investition von 44 Millionen Euro hat eine Debatte über die langfristigen Auswirkungen auf die Klimaziele und die Energiepolitik ausgelöst.

Das Vorhaben stößt auf massiven Widerstand: Zehn offizielle Einsprüche wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht. Eine für den 7. Mai anberaumte öffentliche Anhörung wurde überraschend abgesagt, nachdem die Behörden die Einwände als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatten. Kritiker argumentieren, dass das Projekt im Widerspruch zum Ziel der Stadt Mainz steht, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Das Bündnis stellt zudem die Behauptung von KMW infrage, das Kraftwerk könne später auf Wasserstoff umgestellt werden. Zweifel bestehen, ob ein solcher Wechsel jemals realistisch, ökologisch vertretbar oder wirtschaftlich sinnvoll wäre. Stattdessen verweisen die Kritiker auf Batteriespeicher als bewährte und kostengünstige Alternative. Die Produktionskosten für solche Systeme sind dramatisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde vor 15 Jahren auf nur noch 90 Euro heute.

Weitere Bedenken gelten der fehlenden Aktualisierung der Umweltverträglichkeitsprüfung. Die letzte Bewertung datiert aus dem Jahr 2005, was bei Kritikern die Sorge schürt, dass veraltete Daten die Genehmigung des Projekts beeinflussen. Das Bündnis warnt, dass Investitionen in Gasinfrastruktur die Region für Jahrzehnte an „veraltete, konventionelle Technologien“ binden könnten.

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Die abgesagte Anhörung bedeutet einen Rückschlag für das Projekt, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es trotz des Widerstands von Umweltschützern und Zweifeln an der Vereinbarkeit mit den Klimazielen voranschreiten. Das Ergebnis wird zeigen, ob Mainz seinen Kurs in Richtung erneuerbarer Energien fortsetzt oder weiterhin auf fossile Brennstoffe setzt.

Quelle