Sven Schulze wird Sachsen-Anhalts neuer Ministerpräsident im Januar 2025
Dörthe ScheuermannSven Schulze: Was ich von Reiner Haseloff gelernt habe - Sven Schulze wird Sachsen-Anhalts neuer Ministerpräsident im Januar 2025
Sven Schulze wird im Januar das Amt des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt übernehmen. Der 44-jährige Politiker folgt auf Reiner Haseloff, der das Land mehr als ein Jahrzehnt lang geführt hat. Beide verbinden eine enge Freundschaft und eine tiefe Verbundenheit mit der Region, der sie dienen.
Schulzes politische Karriere gewann Ende 2016 an Fahrt, als er Generalsekretär der CDU wurde – ein neu geschaffenes Amt, das jüngere Generationen für die Politik begeistern sollte. Bereits im März 2021 stieg er zum Landesvorsitzenden auf und bildete nach der Landtagswahl eine Koalition mit SPD und FDP.
Als Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten arbeitete er daran, Sachsen-Anhalts Attraktivität für Unternehmen und Touristen zu steigern. Seine Führung prägte die sogenannte "Deutschland-Koalition" – ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP – nach der Landtagswahl 2021. Nun, als Spitzenkandidat der CDU, will er die Stabilität gegen die aufstrebende AfD wahren, bevor 2026 neu gewählt wird. Haseloff lobte Schulze für seine "Erfahrung und Ausstrahlung" und bezeichnete ihn als den richtigen Mann für den Übergang. Schulze wiederum dankt Haseloff dafür, ihm Geduld beigebracht zu haben – etwa, wichtige Entscheidungen erst nach einer Nacht Bedenkzeit zu treffen. Er schätzt auch das Vertrauen, das der scheidende Ministerpräsident jüngeren Politikern entgegenbringt. Beide beginnen Gespräche oft mit der Frage: "Wo kommen Sie her?" – eine Gewohnheit, die ihre Leidenschaft für Sachsen-Anhalt widerspiegelt. Schulze will mit seinem jüngeren Alter und seiner familiären Prägung frische Impulse setzen, doch auch nach Haseloffs Rückzug wird er dessen Rat weiter suchen.
Schulzes Amtsantritt markiert einen Wandel in Sachsen-Anhalts Führung, bewahrt aber gleichzeitig Haseloffs Erbe. Seine Schwerpunkte – Wirtschaftswachstum, Koalitionsbildung und die Mobilisierung junger Wähler – werden die Entwicklung des Landes in den kommenden Jahren prägen. Die Übergabe ist für Januar geplant; Schulze bereitet sich darauf vor, das Land in seine nächste politische Phase zu führen.