Syriens Wiederaufbau gewinnt an Fahrt – deutsche Firmen und Golfstaaten investieren Milliarden
Dörthe ScheuermannSyriens Wiederaufbau gewinnt an Fahrt – deutsche Firmen und Golfstaaten investieren Milliarden
In Syrien wächst das internationale Interesse an den Wiederaufbau-Bemühungen, während das Land nach Jahren des Konflikts langsam wieder auf die Beine kommt. Golfstaaten haben bereits Investitionen in Höhe von über 28 Milliarden US-Dollar zugesagt, während deutsche Unternehmen nun Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Infrastruktur und zur Belebung der Handelsbeziehungen ausloten. Die Weltbank schätzt die Gesamtkosten für den Wiederaufbau auf beeindruckende 216 Milliarden US-Dollar – ein Indikator sowohl für das Ausmaß der Herausforderung als auch für das Potenzial einer wirtschaftlichen Erholung.
Aktuelle Wirtschaftsreformen ebnen den Weg für die Erholung. Die syrische Regierung führte neue Banknoten ein und schloss lokale Banken wieder an das SWIFT-System an, was Finanztransaktionen erleichtert. Diese Maßnahmen fallen mit der größten Verbesserung Syriens im Bereich der "politischen Transformation" im jüngsten Bertelsmann-Transformationsindex zusammen.
Deutsche Unternehmen zeigen reges Interesse an der Zukunft Syriens. Der bayerische Hersteller Knauf unterzeichnete eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks, während Siemens Energy Pläne zur Modernisierung des syrischen Stromnetzes prüft. Die KfW, die im Auftrag der Bundesregierung handelt, hat seit Anfang letzten Jahres zudem Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro für Wiederaufbauprojekte bewilligt.
Die Wirtschaftsprognosen stimmen vorsichtig optimistisch. Das syrische Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte bis 2026 auf 60 bis 65 Milliarden US-Dollar steigen, bei einem Staatshaushalt von 10,5 Milliarden US-Dollar. Bei einem Treffen mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa äußerte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Hoffnung auf einen "blühenden Handel" zwischen beiden Ländern.
Mit Golf-Investitionen von über 28 Milliarden US-Dollar und deutschen Unternehmen, die aktiv Projekte vorantreiben, gewinnt der Wiederaufbau Syriens an Fahrt. Die Wirtschaftsreformen des Landes und die steigenden BIP-Prognosen deuten auf eine schrittweise Stabilisierung hin, doch die 216 Milliarden US-Dollar für die vollständige Erholung bleiben eine langfristige Herausforderung. Internationale Partnerschaften werden eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der wirtschaftlichen Zukunft Syriens spielen.






