"Take Back the Night" in Berlin-Kreuzberg eskaliert mit Feuerwerk und Festnahme
Oliver Linke"Take Back the Night" in Berlin-Kreuzberg eskaliert mit Feuerwerk und Festnahme
Über 2.000 Menschen bei "Take Back the Night"-Demonstration in Berlin-Kreuzberg
Am Donnerstagabend zogen mehr als 2.000 Menschen durch Berlin-Kreuzberg zur jährlichen "Take Back the Night"-Frauendemonstration. Die Kundgebung, die am Vorabend des 1. Mai stattfand, war von angespannter Stimmung geprägt: Feuerwerkskörper explodierten, und Gegenstände wurden auf Polizisten geworfen, die den Marsch begleiteten.
Die Demonstration startete am Kottbusser Damm und folgte einer festgelegten Route, bevor sie früher als geplant auf der Köpenicker Straße endete. Die Veranstalterinnen brachen die Kundgebung etwa zehn Minuten vor der vorgesehenen Zeit ab – vermutlich wegen der zunehmend aggressiven Atmosphäre. Die Teilnehmenden hatten sich gegen rassistische, queerenfeindliche und frauenverachtende Belästigung ausgesprochen und Widerstand gegen eine von ihnen als patriarchal bezeichnete Gesellschaft gefordert.
Die Polizei berichtete von einer spürbar angespannten Stimmung während der gesamten Veranstaltung. Vier Fälle von Sachbeschädigung wurden registriert, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Eine Person wurde festgenommen, nachdem sie angeblich einen Beamten beleidigt haben soll. Unterdessen hatten die Behörden rund 1.800 Einsatzkräfte in ganz Berlin im Einsatz, um sowohl die Demonstration als auch die Aktivitäten in der Walpurgisnacht zu überwachen.
Die Beamten schätzten die Zahl der Demonstrantinnen und Demonstranten auf etwa 2.600 – mehr als zunächst erwartet. Trotz der Unruhen verlief der Marsch ohne schwere Verletzungen oder größere Auseinandersetzungen.
Die Kundgebung endete früher als geplant; die Veranstalterinnen begründeten dies mit Sicherheitsbedenken. Die Polizei bestätigte leichte Sachbeschädigungen und eine Festnahme, doch die zentrale Botschaft des Protests – der Kampf gegen Diskriminierung – blieb im Vordergrund. Die Behörden werden das Gebiet weiter im Blick behalten, während die Maifeierlichkeiten anhalten.






