Thüringen investiert 2,5 Milliarden Euro in überfällige Infrastruktur und Digitalisierung
Dörthe ScheuermannWolf: "Geschwindigkeit zahlt sich bei Investitionen aus" - Thüringen investiert 2,5 Milliarden Euro in überfällige Infrastruktur und Digitalisierung
Thüringen erhält in den nächsten zwölf Jahren 2,5 Milliarden Euro aus dem Bundes-Sondervermögen. Der Freistaat hat nun dargelegt, wie er das Geld einsetzen wird, um längst überfällige Investitionen anzugehen und die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern.
Finanzministerin Katja Wolf betonte die Dringlichkeit zügiger Maßnahmen und verwies auf mögliche wirtschaftliche Risiken durch die eskalierenden Spannungen im Iran. Der Plan sieht eine Mischung aus Digitalisierungsvorhaben, Verkehrsprojekten und Infrastrukturmaßnahmen vor, die sowohl Bürgern als auch Unternehmen zugutekommen sollen.
Allein in den Jahren 2024 und 2025 wird Thüringen 633 Millionen Euro investieren – gezielt in Bereichen, in denen Finanzierungslücken die Entwicklung gebremst haben. Fast jedes Ministerium hat Projekte in der Pipeline, von innerer Sicherheit über Digitalisierung, Energie und Bildung bis hin zur Forschung.
Um die Umsetzung zu beschleunigen, konzentriert sich der Freistaat auf Vorhaben, die bereits in der Planung sind. Zusätzlich wurden 75 Millionen Euro für die Krankenhausreform bereitgestellt, während 10 Millionen Euro in die Digitalisierung des Gesundheitswesens fließen. Weitere 8 Millionen Euro sind für niederflurige ÖPNV-Fahrzeuge vorgesehen, und 16 Millionen Euro werden in den Ausbau und die Modernisierung des Landesrechenzentrums investiert.
Anders als andere Bundesländer – etwa Berlin, das bereits 1,2 Milliarden Euro für 2026 und 2027 verplant hat – geht Thüringen einen eigenen Weg. Der Freistaat hat ein separates Förderprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro für Kommunen aufgelegt, das bis 2029 läuft. Zudem übernimmt das Land die Zins- und Tilgungskosten für die Gemeinden, um Bürokratie abzubauen und den Zugang zu Mitteln zu beschleunigen.
Ministerin Wolf unterstrich, wie wichtig es sei, jetzt zu handeln. Verzögerungen könnten die finanzielle Belastung verschärfen, falls globale Instabilität die Preise in die Höhe treibt. Die Strategie zielt darauf ab, Rückstände bei der kritischen Infrastruktur aufzuarbeiten, ohne dass Städte und Gemeinden übermäßig verschuldet werden.
Die Mittel sollen Thüringen helfen, jahrelange Unterinvestitionen in zentrale Dienstleistungen auszugleichen. Da die Projekte bereits ausgewählt sind und die Bürokratie reduziert wurde, rechnet der Freistaat mit schnelleren Fortschritten in den Bereichen Gesundheit, Verkehr und digitale Systeme.
Von dem eine Milliarde Euro umfassenden Unterstützungsprogramm für Kommunen, das bis 2029 läuft, profitieren vor allem die lokalen Behörden. Ziel ist es, langfristige Stabilität zu sichern und gleichzeitig den akuten Bedarf in der gesamten Region zu decken.






