Thüringens Justiz ächzt unter Personalmangel und veralteter Technik
Oliver LinkeMehr Anklagen trotz Personalmangels im Thüringer Justizsystem - Thüringens Justiz ächzt unter Personalmangel und veralteter Technik
Thüringens schnelle Gerichte kämpfen mit veralteter Technik und Personalmangel
Trotz Modernisierungsbemühungen erreichen die meisten Strafverfahren in Thüringen noch immer auf Papier den Weg – und nicht über das neue elektronische System. Die Situation hat Forderungen nach schnelleren Reformen im Rahmen des "Pakts für den Rechtsstaat" laut werden lassen.
2025 bearbeiteten Thüringens Staatsanwälte 130.604 neue Fälle, wobei bis Jahresende 29.554 Ermittlungen noch offenblieben. Sie erhoben 10.637 Anklagen – ein leichter Anstieg um 1,3 % gegenüber 2024. Gleichzeitig sank die Zahl der eingestellten Verfahren um 7,4 %, und die durchschnittliche Verhandlungsdauer betrug 2,7 Monate.
In der Region fehlen etwa 35 Staatsanwälte. Um die Belastung zu verringern, wurden über 60 Richter auf Probe eingestellt. Bundesweit hat der "Pakt für den Rechtsstaat" seit Mitte 2023 rund 1.200 neue Stellen geschaffen, darunter 700 für Richter und 500 für Staatsanwälte.
Die Gerichtssäle in Thüringen arbeiten noch immer mit grundlegender technischer Ausstattung. Zwar gibt es ein elektronisches Aktenmanagementsystem, doch Papierakte bleiben die Regel. Der Thüringer Richterbund drängt nun auf schnellere Fortschritte bei der Digitalisierung und zusätzlichem Personal.
Der Stau an Verfahren und die Abhängigkeit von papierbasierten Abläufen zeigen die anhaltenden Herausforderungen. Zwar sind mit Neueinstellungen und Bundesmitteln Verbesserungen im Gange – doch die Gerichte brauchen weiterhin mehr Ressourcen. Angesichts steigender Fallzahlen hält der Druck auf Digitalisierung und Personalaufbau an.






