12 February 2026, 19:33

Tino Chrupalla verteidigt Beschäftigung von Familienmitgliedern in seinen Büros

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer handschriftlichen Genealogie einer deutschen Familie, gefüllt mit Texten über Familienmitglieder und ihre Abstammung.

AfD-Chef Chrupalla beschäftigt Frau eines Parteikollegen - Tino Chrupalla verteidigt Beschäftigung von Familienmitgliedern in seinen Büros

Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der AfD, hat sich zu Fragen geäußert, warum in seinen Wahlkreisbüros Familienangehörige beschäftigt werden. Berichten zufolge gehört zur Belegschaft auch die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Robert Kuhnert. Die Personalie rückt in den Fokus, während die Partei insgesamt wegen ähnlicher Praktiken unter Beobachtung steht.

Die betreffende Mitarbeiterin arbeitet bereits seit 2017 für Chrupalla – also noch vor der Wahl ihres Mannes in den sächsischen Landtag 2019. Aktuell koordiniert sie Bürgeranfragen und organisiert Bundestagsbesuche in Chrupallas Büros in Weißwasser und Niesky. Kuhnert, seit 2015 AfD-Mitglied, teilt sich diese Räumlichkeiten mit Chrupalla, beschäftigt jedoch keine eigenen Angehörigen.

Chrupalla hatte zuvor "Unbehagen" geäußert, wenn es um die Anstellung von Familienmitgliedern innerhalb der AfD ging, obwohl er einräumte, dass solche Verträge rechtlich einwandfrei seien. Diesmal wies er Bedenken jedoch zurück und bezeichnete die Situation als "unproblematisch". Zudem betonte er, dass zwischen ihm und Kuhnert keine Verwandtschaft bestehe und in Kuhnerts Büro keine gegenseitige Beschäftigung von Angehörigen stattfinde.

Öffentlich zugängliche Daten zeigen, dass mindestens 25 AfD-Abgeordnete auf Bundes- oder Landesebene Familienmitglieder in ihren Büros oder Wahlkreisteams beschäftigen. Die Zahlen stammen aus Berichten der Initiativen Transparental und Abgeordnetenwatch und umfassen Fälle bis Ende 2025.

Die Praxis, Angehörige anzustellen, bleibt innerhalb der AfD ein Diskussionspunkt. Chrupallas aktuelle Aussagen stehen im Kontrast zu seinen früheren Vorbehalten, während das generelle Vorgehen weiterhin kritisch beobachtet wird. Die Mitarbeiterin ist bereits seit mehreren Jahren in seinen Diensten – noch bevor ihr Mann in Sachsen politisch aktiv wurde.