Tödlicher Streit nach Alkoholexzess: Angeklagter filmt sterbenden Mitbewohner
Oliver LinkeNeben dem Opfer geschlafen? Prozess um tödliche Körperverletzung beginnt - Tödlicher Streit nach Alkoholexzess: Angeklagter filmt sterbenden Mitbewohner
Ein 38-jähriger Mann muss sich wegen eines tödlichen Angriffs auf einen 41-jährigen Mitbewohner im Main-Taunus-Kreis vor Gericht verantworten. Die Tat ereignete sich nach einer durchzechten Nacht; das Opfer erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass es später starb. Laut Staatsanwaltschaft filmte der Angeklagte den Sterbenden, bevor er den Tatort verließ.
Die beiden Männer, die ursprünglich aus der Ukraine stammen, lebten seit Anfang 2023 gemeinsam in Deutschland. In der Nacht des Übergriffs tranken sie Alkohol, bevor ein Streit in Gewalt eskalierte. Der Angeklagte, ein ehemaliger Pflegekraft, der seit 2020 in einer deutschen Klinik gearbeitet hatte, soll das Opfer gewürgt, geschlagen und getreten haben – mit der Folge einer tödlichen Hirnblutung.
Die Ehefrau des Opfers – zugleich die Ex-Freundin des Angeklagten – hatte ihren Mann zuvor gebeten, bei ihr zu bleiben, da sie dessen gewalttätige Vergangenheit fürchtete. Sie fand ihren Mann später bewusstlos und blutend auf, steht nun aber selbst unter dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung.
Im Prozess argumentierte die Verteidigung, das Opfer sei aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums zusammengebrochen und nicht durch vorsätzliche Gewalt. Der Angeklagte, der bereits wegen Gewaltdelikten vorbestraft ist, wurde kurz nach der Tat vor dem Gebäude festgenommen. Ein Urteil wird bis Ende März erwartet.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen widersprüchliche Schilderungen der Ereignisse, die zum Tod des Opfers führten. Während die Verteidigung den Vorwurf des Mordes bestreitet, verweisen die Staatsanwälte auf die gewalttätige Vorgeschichte des Angeklagten und die vorliegenden Beweismittel. Die Richter müssen nun klären, ob es sich um einen geplanten Angriff oder eine tragische Folge des Alkoholkonsums handelte.