Umstrittenes CDU-AfD-Foto entfacht Debatte über politische Brandmauer in Berlin
Oliver LinkeUmstrittenes CDU-AfD-Foto entfacht Debatte über politische Brandmauer in Berlin
Ein aktuelles Foto, das einen CDU- und einen AfD-Politiker gemeinsam zeigt, hat in Berlin für Aufsehen gesorgt. Die Aufnahme zeigt Guido Heuer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landesparlament, und Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, in einem scheinbar kollegialen Austausch während einer Podiumsdiskussion. Das Bild hat die Debatten über die politische Isolation der AfD in Deutschland weiter angeheizt.
Das Foto entstand, als Heuer und Siegmund sich zu einem gemeinsamen Mikrofon vorbeugten. Ihre entspannte Körpersprache – Heuers Hand lag auf Siegmunds Schulter – löste in politischen Kreisen der Hauptstadt Bestürzung aus. Kritiker sehen darin ein Symbol für die Erosion der demokratischen Brandmauer gegenüber der AfD.
Eva von Angern, Fraktionschefin der Linken im Landtag, verurteilte die Aufnahme scharf. Solche Bilder dürften „nie entstehen“, betonte sie, und die Hand eines Demokraten gehöre nicht auf die Schulter eines AfD-Mitglieds. Auch die Grünen äußerten Unbehagen und warnten, die CDU halte offenbar keine klare Distanz mehr zur AfD.
Aktuell liegt die AfD in Umfragen mit 29 Prozent bundesweit vorne – neun Punkte vor der CDU. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erscheint eine absolute Mehrheit der Partei damit denkbar. Unterdessen kritisierte ZDF-Moderator Markus Lanz die offene Ächtung von AfD-Politikern durch andere und stellte diese Praxis infrage.
Die politische Quarantäne der AfD bröckelt. Das Foto von Heuer und Siegmund ist zum Kristallisationspunkt der Debatte geworden. Beobachter beschreiben den Zusammenbruch der demokratischen Brandmauer mittlerweile als unvermeidlich.






