23 January 2026, 15:08

Umweltproteste gegen geplante LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel eskalieren

Eine Baustelle mit einem Bagger und einem Betonmischer im Vordergrund und einigen Menschen in der Nähe, mit einer Wand im Hintergrund.

Umweltproteste gegen geplante LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel eskalieren

Zwei neue Flüssigerdgas-Terminals in Norddeutschland stoßen auf wachsenden Widerstand von Umweltschutzgruppen. In Wilhelmshaven hat der Stadtrat den Bau einer dauerhaften Anlage in einem geschützten Vogelschutzgebiet genehmigt, während in Brunsbüttel Pläne für ein fossiles Terminal Bedenken hinsichtlich der langfristigen Klimaziele wecken. Gegen beide Projekte laufen nun juristische Klagen, um sie zu stoppen.

Der Stadtrat von Wilhelmshaven billigte den Vorschlag des belgischen Unternehmens TES, ein LNG-Terminal im Naturschutzgebiet Voslapper Groden Nord zu errichten. Umweltverbände wie Nabu, BUND und Deutsche Umwelthilfe argumentieren, dass das Projekt Lebensräume gefährdeter Vogelarten zerstören werde. Sie werfen der Stadt vor, entscheidende Unterlagen zu spät eingereicht zu haben, und kündigten an, die Entscheidung gerichtlich anzufechten.

Eine Teilgenehmigung für das Terminal wurde zwar bereits im November erteilt, weitere Zulassungen stehen jedoch noch aus. Die zuständige Landesbehörde verteidigt ihr stufenweises Vorgehen mit dem Hinweis, die Anlage könnte später wieder abgebaut werden, falls die Hauptgenehmigung verweigert werde. Kritiker hingegen bemängeln, dass diese Vorgehensweise die Prüfung zersplittere und zentrale Sicherheits- und Klimarisiken unberücksichtigt lasse.

Unterdessen plant die German LNG Terminal GmbH, ab 2027 am Standort Brunsbüttel fossile Brennstoffe umzuschlagen. Das Unternehmen will spätestens bis 2043 auf erneuerbare Energieträger wie Wasserstoff umsteigen. Umweltverbände werfen dem Genehmigungsverfahren jedoch vor, gegen nationales, EU- und internationales Recht zu verstoßen, da langfristige Klimafolgen ignoriert würden.

Die anstehenden Rechtsstreitigkeiten könnten beide Terminals verzögern oder sogar blockieren. Aktivisten betonen, die Projekte untergrüben Klimaziele und Artenschutz. Selbst wenn die Anlagen gebaut würden, würden sie jahrelang mit fossilen Energien betrieben, bevor ein Umstieg auf saubere Alternativen erfolge. Die Konflikte zeigen die anhaltende Spannung zwischen Energiesicherheit und Umweltschutz auf.