USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen politische Debatte aus
Oliver LinkeUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen politische Debatte aus
Die USA haben angekündigt, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Der Schritt hat Kritik von deutschen Politikern und Militärfachleuten ausgelöst. Viele argumentieren, die Entscheidung schwäche die transatlantischen Sicherheitsbeziehungen.
Die SPD verurteilte den Truppenabzug umgehend. Die verteidigungspolitische Sprecherin Siemtje Möller bezeichnete die Drohungen von Präsident Trump als „unberechenbar“ und die Truppenreduzierung als „strategisch unbegründet“. Sie forderte europäische Länder auf, ihre Investitionen in eigene Verteidigungssysteme zu beschleunigen, um die entstehende Lücke zu schließen.
Jürgen Hardt von der CDU warnte, der Abzug gefährde jahrzehntelange verlässliche Abschreckung. Er verwies auf zentrale US-Stützpunkte in Deutschland wie das EUCOM in Stuttgart und die Ramstein Air Base, die für die europäische Sicherheit von entscheidender Bedeutung seien. Der Militärstratege Carlo Masala hingegen betonte, das eigentliche Problem liege woanders: die Streichung eines für 2024 geplanten Abkommens zwischen den USA und Deutschland über Tomahawk-Marschflugkörper und Dark-Eagle-Hyperschallwaffen.
Von links wurde die Entscheidung weniger dramatisch bewertet: Sören Pellmann von der Linken bezeichnete den Abzug als „viel Lärm um nichts“. Gleichzeitig mahnte er, Berlin müsse schnell handeln, da es bisher keinen Plan für den Übergang gebe. Unklar ist auch die Zukunft von rund 12.000 deutschen Beschäftigten, die landesweit für die US-Streitkräfte arbeiten – allein 6.500 davon in Rheinland-Pfalz.
Der Truppenabzug der USA stellt Deutschland vor Sicherheits- und Wirtschaftsfragen. Lokale Arbeitsplätze, die mit den amerikanischen Stützpunkten verbunden sind, stehen nun auf dem Spiel. Ohne klare Übergangsstrategie wächst der Druck auf Berlin, seine Verteidigungspolitik neu zu überdenken.






