30 January 2026, 03:32

Vier Bürgermeisterkandidaten in Oberasbach bündeln Kräfte gegen Finanzvorwürfe

Ein altes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer von Bäumen, Häusern, Hügeln und Himmel umgebenen Stadt, mit der Aufschrift "Schloss Familien der Startholbach" oben.

Vier Bürgermeisterkandidaten in Oberasbach bündeln Kräfte gegen Finanzvorwürfe

Der Wahlkampf um das Oberasbacher Bürgermeisteramt hat eine scharfe Wende genommen: Vier Kandidaten haben sich zusammengeschlossen, um dem Konkurrenten Thomas Diebenbusch in der Frage der Stadtfinanzen Paroli zu bieten. In einer gemeinsamen Erklärung widersprechen sie seinen Darstellungen zu Haushaltsentscheidungen – und bereiten damit den Boden für eine hitzige Debatte vor dem öffentlichen Forum im Januar.

Im Jahr 2023 verzeichnete Oberasbach einen plötzlichen Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen. Dieser unerwartete Geldsegen milderte vorerst die Auswirkungen schrumpfender Landeszuschüsse ab, die bis 2025 fast vollständig wegbrachen. Bürgermeisterin Carmen Kronthaler musste damals den Verlust zentraler Finanzmittel bewältigen – eine direkte Folge des früheren Steuerbooms.

Die vier Bewerber um das Amt – Marco Haas (CSU), Stephan Zeilinger (Bi-Oberasbach), Harald Patzelt (SPD) und Marie Schöttner (Die Linke) – veröffentlichten nun einen gemeinsamen Brief, in dem sie Diebenbuschs Aussagen zurückweisen. Sie verweisen auf eine Passage im Jahresbericht 2024, die angeblich von ihm stammt und darin den Rückgang der Landesmittel als Überraschung darstellt. Ihre Stellungnahme betont, der Fehlbetrag sei absehbar gewesen und kein bloßer politischer Fehler des Stadtrats.

Diebenbusch hatte die Stadtverwaltung zwar bei einer Podiumsdiskussion am 23. Januar verteidigt, steht nun aber vor dem Debattentermin am 30. Januar unter Druck. Die Kandidaten betonen, es gehe ihnen nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Richtigstellung von "irreführenden Behauptungen". Angesichts der zunehmenden Spannungen wird das anstehende Forum im Gemeindezentrum St. Markus in Altenberg Diebenbuschs Argumente wohl weiter auf den Prüfstand stellen.

Streitpunkt ist, ob die finanziellen Probleme der Stadt auf Planungsfehler oder äußere Umstände zurückgehen. Wie Diebenbusch auf die vereinte Kritik reagiert, könnte die Wählermeinung vor der Wahl entscheidend prägen. Die öffentliche Debatte am 30. Januar bietet den Bürgern die Gelegenheit, sich direkt ein Bild von allen Positionen zu machen.