VW streicht 35.000 Jobs – kann die Rüstungsindustrie Osnabrück retten?

Dörthe Scheuermann
Dörthe Scheuermann
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Ein VW-Autohaus mit parkenden Autos davor, umgeben von Pflanzen und einem Baum, mit Glaswänden und Fenstern, durch die der Himmel zu sehen ist.Dörthe Scheuermann

VW streicht 35.000 Jobs – kann die Rüstungsindustrie Osnabrück retten?

Volkswagen steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Bis 2030 sollen in Deutschland 35.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zwar schließt das Unternehmen Werke aus, doch die Produktion von Porsche-Modellen in Osnabrück wird bis 2025 eingestellt. Gleichzeitig drängt Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Betriebsrats, auf neue Chancen in der Rüstungsindustrie.

Die Automobilbranche leidet weiterhin unter globalen Konflikten und Handelskonflikten, was Volkswagen zwingt, nach alternativen Einnahmequellen zu suchen.

Der im Jahr 2024 beschlossene Sparplan sieht vor, die Belegschaft in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts um 35.000 Stellen zu verringern. Trotz der Kürzungen verspricht der Konzern, keine Standorte zu schließen – auch nicht das Werk in Osnabrück. Cavallo betont, dass weitere Sparmaßnahmen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürfen, und pocht auf die Einhaltung bestehender Tarifverträge.

Die Umstellungen in der Produktion laufen bereits: Ab 2025 wird in Osnabrück kein Porsche mehr vom Band rollen, und der VW T-Roc Cabrio soll bis Mitte 2027 schrittweise eingestellt werden. Diese Veränderungen werfen Fragen zur Zukunft des Standorts auf.

Cavallo sieht in Rüstungsaufträgen eine mögliche Rettung. Die VW-Tochter MAN arbeitet bereits seit Langem mit Rheinmetall zusammen und fertigt militärische Lkw, die weltweit im Einsatz sind. Nun hat das Osnabrücker Werk zwei Prototypen von Militärfahrzeugen entwickelt – den MV.1 und MV.2 –, die auf den Modellen Amarok und Crafter basieren. Auf der Fachmesse Enforce Tac in Nürnberg wurden sie präsentiert, doch feste Produktionsaufträge gibt es noch nicht.

Cavallo plädiert dafür, dass Europa seine verteidigungspolitische Unabhängigkeit stärken muss. Osnabrück könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen – vorausgesetzt, es kommen die richtigen Partnerschaften und Verträge zustande. Rheinmetall gilt als potenzieller Kooperationspartner, doch offizielle Absprachen stehen noch aus.

Die Stellenstreichungen und Produktionsveränderungen werden Volkswagens deutsche Standorte in den kommenden sechs Jahren grundlegend umgestalten. Besonders das Werk in Osnabrück steht vor einem Wandel, da die Automobilproduktion schrittweise zurückgefahren wird. Rüstungsaufträge könnten eine neue Perspektive bieten, doch konkrete Pläne fehlen bisher.

Aktuell konzentriert sich der Konzern darauf, Kosten zu sparen, ohne Werke zu schließen oder weitere Entlassungen vorzunehmen.

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