22 January 2026, 17:07

Wie CSU und Freie Wähler mit bayerischem Populismus Wählerstimmen sichern

Eine Karte von Bayern aus dem 15. Jahrhundert, die Flüsse, Berge, Städte und begleitenden Text und Logos zeigt.

Studie: CSU und Freie Wähler setzen auf regionalen Populismus - Wie CSU und Freie Wähler mit bayerischem Populismus Wählerstimmen sichern

Eine neue Studie in der Fachzeitschrift German Politics zeigt, wie Bayerns führende Parteien regionalen Populismus nutzen, um Wähler zu gewinnen. Die Christlich-Soziale Union (CSU) und die Freien Wähler setzen in ihren Wahlkämpfen regelmäßig die "bayerische Heimat" in Gegensatz zu "Brüssel und Berlin". Ihre Strategie basiert auf ethnzentrischen Botschaften, um bei Landtagswahlen Unterstützung zu sichern.

CSU und Freie Wähler stellen nationale und europäische Politiken als Bedrohung für die bayerische Identität dar. In Reden und Parteiprogrammen betonen sie immer wieder den Schutz der bayerischen Kultur, der Menschen und Traditionen. Selbst auf der Website des bayerischen Landwirtschaftsministeriums findet sich eine ähnliche Rhetorik, die das Narrativ einer eigenständigen bayerischen Lebensweise verstärkt.

Die beiden Parteien dominieren die bayerische Politik, indem sie Wähler mit regional-populistischen Tendenzen ansprechen. Die CSU, die bayerische Schwesterpartei der CDU, tritt nur in Bayern an, holt aber regelmäßig Sitze im Bundestag. Die Freien Wähler, eine überparteiliche Gruppierung, konzentrieren sich ebenfalls ausschließlich auf Bayern. Gleichzeitig haben es Parteien wie SPD, Grüne und Die Linke, die regionalen Populismus ablehnen, schwer, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Trotz des starken Regionalbezugs schneidet die rechtspopulistische AfD in Bayern fast genauso gut ab wie im Bundestrend. Die Studie legt nahe, dass lokaler Populismus nicht zwangsläufig die Unterstützung für breitere nationalistische Bewegungen schwächt.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie CSU und Freie Wähler durch ethnzentrische Botschaften ihre Vorherrschaft wahren. Ihre Betonung der bayerischen Identität findet bei einem erheblichen Teil der Wähler Anklang, während Parteien, die eine solche Rhetorik ablehnen, weniger Zuspruch erhalten. Die Studie zeigt zudem, dass regionaler Populismus nicht im Widerspruch zu, sondern nebeneinander mit übergeordneten nationalistischen Strömungen existiert.