Wie verborgene Verhaltensdefizite Top-Führungskräfte zu Fall bringen
Dörthe ScheuermannWie verborgene Verhaltensdefizite Top-Führungskräfte zu Fall bringen
Ein Personalberater aus Düsseldorf hat aufgezeigt, wie verborgene Verhaltensdefizite selbst die qualifiziertesten Führungskräfte aus der Bahn werfen können. Norbert Graschi beriet kürzlich einen Fall, in dem die Karriere eines vielversprechenden Kandidaten aufgrund zwischenmenschlicher Probleme ins Stocken geriet. Trotz exzellenter Referenzen und einwandfreier Qualifikationen sorgte der Kommunikationsstil des Managers für Unbehagen bei den Mitarbeitern und im Betriebsrat.
Die betreffende Führungskraft verfügte über makellose fachliche Voraussetzungen und überzeugende Empfehlungen. Doch ihr Umgangston mit den Beschäftigten entwickelte sich zum Problem – ein Umstand, der schließlich ein Einschreiten erforderlich machte. Solche Schwächen bleiben in standardisierten Bewertungsverfahren oft unentdeckt, können jedoch den Ruf einer Führungspersönlichkeit nachhaltig beschädigen.
Graschi erläuterte, dass in der finalen Phase der Vorstandsauswahl fachliche Kompetenzen selten den Ausschlag geben. Vielmehr seien emotionale oder zwischenmenschliche Defizite häufig die entscheidenden Stolpersteine. Moderne Hintergrundprüfungen zielen daher zunehmend darauf ab, solche blinden Flecken aufzudecken – etwa durch die Analyse von Führungsstil, Belastbarkeit und Krisenmanagement.
Laut Graschi entsteht Reputation oft durch scheinbar kleine, aber entscheidende Interaktionen: der tägliche Austausch mit Mitarbeitern, der Umgang mit Kritik oder die Art, wie man sein Team anspricht. Ohne Selbstreflexion riskieren Führungskräfte, ein negatives Image zu entwickeln, das sie im Laufe ihrer Karriere begleitet.
Der Fall unterstreicht, wie tief verwurzelte Verhaltensmuster selbst die fähigsten Führungspersönlichkeiten untergraben können. Unternehmen legen bei Einstellungsverfahren zunehmend Wert auf die Prüfung dieser Aspekte, um kostspielige Fehlentscheidungen zu vermeiden. Für Führungskräfte bleiben Selbstwahrnehmung und kritische Eigenanalyse daher unverzichtbar – und der Schlüssel zu langfristigem Erfolg.






