02 February 2026, 04:45

Wiesbadener Prozess: Mann soll heimlich Frauen im Bad gefilmt haben

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer öffentlichen Toilette mit einem gefliesten Boden, einer textbedeckten Wand, mehreren Hängen, einer Tür und einer Deckenleuchte.

"Wir wurden heimlich beim Duschen gefilmt" - Wiesbadener Prozess: Mann soll heimlich Frauen im Bad gefilmt haben

26-Jähriger in Wiesbaden muss sich wegen heimlicher Bad-Aufnahmen vor Gericht verantworten

Ein 26-jähriger Mann aus Wiesbaden steht vor Gericht, weil er Frauen in ihrem gemeinsamen Badezimmer angeblich ohne deren Wissen gefilmt haben soll. Der Fall kam ans Licht, nachdem zwei Betroffene, Vanessa und Tara, verdächtige Aktivitäten in den Protokollen ihres WLAN-Routers entdeckt hatten. Die Polizei geht mittlerweile von mindestens acht möglichen Opfer aus.

Der Angeklagte, der Hauptmieter der Wohnung war, soll eine Mini-Kamera in einem Radiowecker im Badezimmer versteckt haben. Vanessa, eine ehemalige Mitbewohnerin, bemerkte ein unbekanntes Gerät im Netzwerk und alarmierte die Behörden. Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler den Radiowecker sowie den Laptop und externe Festplatten des Mannes.

Vanessa, Tara und sechs weitere mögliche Opfer werfen dem Angeklagten vor, ihre Privatsphäre verletzt zu haben. Sie streben eine Anklage wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts an. Vanessa hat sich dem Verfahren als Nebenklägerin angeschlossen und wird von der Anwältin Juliane Wagner vertreten, die auf Opferschutz spezialisiert ist.

Die Frauen zeigen sich frustriert, dass der Beschuldigte bis zum Prozessbeginn weiterhin in der Wohnung bleibt. Die Verhandlung soll am 6. Februar vor dem Amtsgericht Wiesbaden beginnen.

Im Prozess wird geklärt, ob der Mann die Frauen in ihrer Wohngemeinschaft illegal gefilmt hat. Bei einer Verurteilung drohen ihm rechtliche Konsequenzen wegen Verstößen gegen das Datenschutzrecht. Die Betroffenen kämpfen weiterhin mit juristischer Unterstützung um Gerechtigkeit.