Willy-Brandt-Witwe Seebacher zerpflückt die SPD: "Keine Arbeiterbewegung mehr"
Dörthe ScheuermannWilly-Brandt-Witwe Seebacher zerpflückt die SPD: "Keine Arbeiterbewegung mehr"
Brigitte Seebacher, die 79-jährige Historikerin und Witwe des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, hat ihre alte Partei öffentlich kritisiert. In einem Gastbeitrag für Die Welt argumentierte sie, die SPD habe den Kontakt zu ihren Wurzeln verloren und setze heute zu stark auf Nostalgie.
Seebacher war 1995 aus der SPD ausgetreten, frustriert von den sich wandelnden Prioritäten und der wachsenden Distanz zur traditionellen Arbeiterschaft. Nun behauptet sie, die Partei sei längst keine echte Arbeiterbewegung mehr, sondern zu etwas Unkenntlichem geworden.
Ihre Kritik richtete sich auch gegen die aktuelle Ausrichtung der SPD, die sie als übermäßig von politischer Korrektheit geprägt beschrieb. Als Beispiel nannte sie die vegane Ernährung von Alexander Schweitzer und deutete an, diese stehe symbolisch für die Entfremdung der Partei von den einfachen Wählern. Zudem wies sie die SPDs Rückbesinnung auf vergangene Erfolge zurück und argumentierte, die Partei biete heute kaum mehr als Sozialpolitik.
Mit Blick auf die Zukunft stellte Seebacher die weitere Relevanz der SPD infrage. Sie schlug sogar vor, die CDU solle eine Zusammenarbeit mit der AfD prüfen, statt die Bündnisse mit der SPD fortzusetzen. Bezogen auf die jüngste Wahl in Rheinland-Pfalz mahnte sie den Sieger, sich gut zu überlegen, ob er mit der SPD eine Regierung bilden wolle – mit dem Hinweis, der Niedergang der Partei könnte unumkehrbar sein.
Seebachers Äußerungen spiegeln eine breitere Debatte über die Identität und das Überleben der SPD wider. Ihre Kritik unterstreicht die Sorgen um die schrumpfende Anziehungskraft und den politischen Kurswechsel der Partei. Nun steht die SPD vor der Frage, ob sie ihre ursprünglichen Wähler zurückgewinnen oder sich an eine veränderte politische Landschaft anpassen kann.






