08 June 2026, 14:35

Zuckersteuer 2028: Warum die Regierung mit fragwürdigen Daten argumentiert

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Zuckersteuer 2028: Warum die Regierung mit fragwürdigen Daten argumentiert

Deutschlands Pläne zur Zuckersteuer ab 2028 entfachen Debatte über tatsächlichen Rückgang des Zuckergehalts

Die Bundesregierung behauptet zwar einen Rückgang des Zuckeranteils in Erfrischungsgetränken um 15 % seit 2018, doch eigene Experten kommen zu weit geringeren Werten. Interne Berichte und Lobbyarbeit der Industrie werfen nun Fragen nach der Grundlage und Wirksamkeit der geplanten Abgabe auf.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte zunächst eine Reduzierung des Zuckergehalts in Softdrinks um 15 % zwischen 2018 und 2024 verkündet. Doch das hauseigene Max Rubner-Institut ermittelte lediglich einen Rückgang um 9,1 %. Die höhere Zahl basierte auf einem gewichteten Durchschnitt marktrelevanter Getränke – nicht auf der Gesamtmenge der untersuchten Produkte. Fachleute wiesen zudem auf Unsicherheiten hin, etwa wegen einer kleineren Stichprobe aus dem Jahr 2018 und möglicher methodischer Unterschiede.

Weitere Analysen zeigten, dass sich der Zuckergehalt seit 2022 kaum verringert hat. Besonders alarmierend: Getränke in kindgerechter Verpackung enthielten 2024 sogar 23 % mehr Zucker als noch 2019. Die geplante Steuer soll Produkte mit über 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter treffen – mit 26 Cent pro Liter für mittlere und 32 Cent für höhere Zuckerkonzentrationen. Getränke mit geringem Zuckeranteil wären ausgenommen.

Der Widerstand aus der Zucker- und Getränkeindustrie nimmt zu. Die Abgabe, die jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen soll, steht zunehmend in der Kritik – sowohl was ihre Begründung als auch ihre Wirkung angeht.

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Zweifel an der Datenlage und wachsender Zuckergehalt in Kindergetränken belasten die Steuerpläne Die Regierung stützt sich auf umstrittene Zahlen, während interne Erkenntnisse die behauptete 15-Prozent-Reduktion widerlegen. Die Ablehnung der Branche und die steigenden Zuckerwerte in an Kinder vermarkteten Produkten erhöhen den Druck vor der Einführung 2028. Der Erfolg der Maßnahme könnte davon abhängen, ob es gelingt, diese Widersprüche aufzulösen und eine präzise Überwachung sicherzustellen.

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