10 February 2026, 23:50

Zwei brutale Angriffe auf Zugbegleiter erschüttern Deutschland in einer Woche

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Zugs auf dem Titelblatt, darunter der Text 'Reglamento de Conductor' und ein Stempel auf der rechten Seite.

Zwei brutale Angriffe auf Zugbegleiter erschüttern Deutschland in einer Woche

Zwei brutale Angriffe auf Zugbegleiter innerhalb einer Woche haben Deutschland erschüttert. Beim jüngsten Vorfall wurde eine 42-jährige Frau in der Nähe von Crailsheim angegriffen, nachdem sie einen Schwarzfahrer zur Rede gestellt hatte. Nur wenige Tage zuvor war ein weiterer Zugbegleiter in Landstuhl bei einer ähnlichen Konfrontation tödlich verletzt worden.

Der erste Angriff ereignete sich nahe Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Ein 26-jähriger Grieche ohne festen Wohnsitz soll den 42-jährigen Serkan Çalar, Vater zweier Kinder und in Hochzeitsvorbereitungen, attackiert haben, nachdem dieser ihn um sein Ticket gebeten hatte. Çalar erlag später einer durch den Angriff verursachten Hirnblutung. Sein Vater erlitt bei der Nachricht einen Herzinfarkt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Am 19. Februar wurde eine weitere Zugbegleiterin – eine 42-jährige Frau makedonischer Herkunft – auf der Strecke Stuttgart–Crailsheim überfallen. Der Verdächtige, ein 21-jähriger Pakistani, spuckte ihr auf das Bein und versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, nachdem sie ihm ein erhöhtes Beförderungsentgelt ausgestellt hatte. Er floh noch vor Eintreffen der Polizei; die Zugbegleiterin erstattete am folgenden Tag Anzeige.

Die Angriffe fallen in eine Zeit, in der die Deutsche Bahn einen Anstieg der Gewalt gegen Mitarbeiter verzeichnet. Allein 2025 dokumentierte das Unternehmen 2.987 Straftaten gegen Beschäftigte – im Schnitt acht pro Tag.

Beide Fälle werden weiterhin ermittelt. Während der Verdächtige im Fall Landstuhl bereits identifiziert wurde, fahndet die Polizei noch nach dem Crailsheimer Täter. Die Deutsche Bahn hat sich bisher nicht zu möglichen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für ihr Personal geäußert.