07 April 2026, 16:32

Zwei Statuen, zwei Botschaften: Gedenken und Streit um historische Denkmäler

Ein Holocaust-Denkmal, umgeben von einem Metallzaun, Bäumen, Häusern, Fahrzeugen, Strommasten und einem bewölkten Himmel in einer Kleinstadt.

Zwei Statuen, zwei Botschaften: Gedenken und Streit um historische Denkmäler

Zwei Statuen – eine in Deutschland, eine andere in den USA – sind zu zentralen Orten des Gedenkens und politischer Aussagen geworden. In Brandenburg erinnert eine Stahlfigur an Jutta Baumwol, ein Opfer des Holocaust, während in Washington eine Christoph-Kolumbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses wieder aufgestellt wurde. Beide tragen tiefgreifende historische Bedeutung, doch ihre Zweckbestimmung könnte unterschiedlicher nicht sein.

Die Stahlskulptur in Brandenburg wurde 2018 auf Initiative von Jutta Baumwols Bruder errichtet. Sie steht am Eingang des Gutshofs Neuendorf im Sande, wo sie und andere in den frühen 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Baumwol wurde später nach Auschwitz deportiert und ermordet. Die Statue dient als Ort der Besinnung; alljährlich finden hier Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zum Tag der Befreiung (8. Mai) statt. Im kommenden Mai – ihrem Geburtsmonat – werden besonders viele Besucher erwartet, die ihrer gedenken.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sorgt die wiederaufgestellte Kolumbus-Statue nahe dem Weißen Haus sowohl für Zustimmung als auch für Kontroversen. Präsident Donald Trump hatte ihre Platzierung auf der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building angeordnet – eine direkte Reaktion auf die Protestwelle nach dem Tod von George Floyd, als zahlreiche Denkmäler mit kolonialem Bezug entfernt oder beschädigt wurden. Die Vereinigung Italian American Organizations United unterstützt die Entscheidung öffentlich und deutet sie als Verteidigung des kulturellen Erbes.

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Während die Brandenburg-Statue ein verblassendes Kapitel der deutschen Geschichte bewahren soll, hat das Kolumbus-Denkmal in den USA die Debatte über historisches Erbe und Repräsentation im öffentlichen Raum neu entfacht.

Die beiden Statuen stehen damit für grundverschiedene Wege, wie Gesellschaften ihre Vergangenheit aufarbeiten. Die Figur in Brandenburg sichert das Gedenken an Zwangsarbeit und den Holocaust, während das Kolumbus-Denkmal in Washington ein polarisierendes Symbol bleibt. Beide werden weiterhin Aufmerksamkeit erregen – die eine durch stilles Erinnern, die andere durch anhaltende politische Diskussionen.

Quelle