01 May 2026, 22:36

1. Mai: Hexenmythen, Maibäume und politische Proteste in Deutschland

Schwarzes und weißes Bild einer Gruppe von Menschen, die eine Straße entlanggehen und Fahnen tragen, mit Hüten, Bäumen, Gebäuden und einem Maibaum im Hintergrund.

1. Mai: Hexenmythen, Maibäume und politische Proteste in Deutschland

Erster Mai: Von Hexenflügen bis zu politischen Kundgebungen – Deutschlands bunte Traditionen

Der Erste Mai verbindet in Deutschland uralte Bräuche, politische Demonstrationen und ausgelassene Feiern. Ob auf Dorfplätzen oder in Berlins Straßen – der Tag vereint Folklore, Protest und Partystimmung. Manche Traditionen reichen Jahrhunderte zurück, andere spiegeln jüngere Geschichte wider.

Bereits am 30. April beginnt das Treiben mit der Walpurgisnacht, einer von Mythen durchdrungenen Nacht. Im Harz soll es der Sage nach Hexen geben, die auf Besen durch die Lüfte fliegen. Gleichzeitig feiern Städte den Tanz in den Mai – durchgefeierte Nächte, in denen Clubs bis zum Morgengrauen geöffnet bleiben.

Der 1. Mai selbst ist der Tag der Arbeit, ein gesetzlicher Feiertag mit Wurzeln in der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Das Datum erinnert an eine Demonstration im Jahr 1856 in Australien, die später von amerikanischen und europäischen Gewerkschaftern übernommen wurde. In Berlin trägt der Tag bis heute politische Spannung. Die letzten großen Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei gab es 2010. Heute erkunden geführte Touren in Kreuzberg die Geschichte des Stadtteils zwischen Aufständen und Widerstand.

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Jenseits der Politik steht der Maibaum als Symbol des Frühlings. In Dörfern werden bunt bemalte, meterhohe Stangen auf den Dorfplätzen aufgestellt, oft mit Bändern für den Reigentanz. In den Alpenregionen wetteifern Kletterer in spektakulären Wettbewerben um entastete Baumstämme. Eine stillere Tradition ist der Liebesmai, bei dem junge Männer kleinere Maibäume vor den Häusern ihrer Angebeteten aufstellen.

Die Wurzeln der Feiern reichen noch weiter zurück: Schon die alten Römer ehrten mit den Floralien vom 28. April bis 3. Mai ein Fest der Blüten und Fruchtbarkeit. Der Dichter Eduard Mörike schrieb einst, der April wirke unvollendet – weder ganz Winter noch Frühling –, was die Ankunft des Mais umso willkommener mache.

Berlin bleibt das Zentrum der modernen Maifeiern. Linksextreme Demonstrationen ziehen durch Kreuzberg, während Open-Air-Raves und Kulturfestivals in der ganzen Stadt Besucher anlocken.

Der Erste Mai in Deutschland verbindet Aberglauben, Arbeitergeschichte und Gemeinschaftsgeist. Ob beim Tanzen um den Maibaum, bei einer Kundgebung oder auf einem Rave – der Tag bietet für jeden etwas. Die Bräuche, mal laut, mal besinnlich, markieren den Übergang vom zögerlichen Frühling zur energiegeladenen Sommerszeit.

Quelle