07 February 2026, 17:27

10.000 fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärferen Mieterschutz

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Hong Kong, mit Schildern und Plakaten in der Hand, während Bäume, Glasfassaden, Fahrzeuge und Schilder auf beiden Seiten zu sehen sind.

Mondpreise, Existenzkrise - Tausende bei Mietenprotest - 10.000 fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärferen Mieterschutz

Rund 10.000 Menschen gingen am Samstag in München auf die Straße, um mehr Mieterschutz und bezahlbaren Wohnraum zu fordern. Die unter dem Motto "Es reicht!"* organisierte Demonstration richtete sich gegen Kommunal-, Landes- und Bundestagspolitiker angesichts der sich verschärfenden Wohnungsnot in Deutschland. Angesichts explodierender Mieten und zunehmender Verdrängung verlangten die Protestierenden dringende Maßnahmen, um die finanzielle Belastung für Millionen Haushalte zu verringern.

Der Deutsche Mieterbund hatte München als Veranstaltungsort gewählt, da der dortige Wohnungsmarkt besonders angespannt ist und horrende Mieten viele Anwohner an den Rand des Existenzminimums drängen. Die Veranstalter sprachen von etwa 10.000 Teilnehmern, während die Polizei die Zahl auf 4.000 bis 5.000 schätzte. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nahm an der Kundgebung teil, erkannte die Krise an und unterstützte die Forderungen der Demonstranten.

Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, betonte, "Wohnen ist ein Grundrecht, keine Ware". Sie schloss sich den Rufe nach einem Zehn-Punkte-Reformplan an und forderte die Bundestagspolitik zum Handeln auf. Reiter räumte ein, dass kommunale Maßnahmen allein den Mietpreisanstieg nicht stoppen könnten, und pochte auf eine bundesweite Novelle des Mietrechts.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Bundesregierung die Mietpreisbremse verschärft, um Schlupflöcher zu schließen – etwa bei kurzfristigen oder möblierten Vermietungen. Im November 2025 billigte der Bundesrat einen Gesetzentwurf (21/3509) zur Stärkung dieser Regelungen, unterstützt durch den von den Grünen vorgeschlagenen Entwurf für ein Faires-Mieten-Gesetz. Einige Landesregierungen, wie die Hessens, setzten sich für eine strengere Umsetzung ein, während Städte wie Darmstadt eine Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2029 forderten. Konkrete Gesetze zu Leerstandsregulierung oder Sozialwohnungsquoten fehlen in München jedoch bisher.

Die Proteste unterstreichen den wachsenden Druck auf die Politik, die Wohnungsnot in Deutschland zu bekämpfen. Zwar zielen jüngste gesetzliche Schritte darauf ab, Mietsteigerungen einzudämmen, doch die Demonstranten bestehen auf umfassendere Reformen für langfristige Bezahlbarkeit. Die Bundesregierung sieht sich nun mit erneuten Forderungen konfrontiert, die Debatte über Mieterschutz endlich in verbindliche Gesetze umzusetzen.