12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise hoch – wer wirklich profitiert
Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für die Anpassung der Benzinpreise die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert hat. Die am 1. April in Kraft getretene Reform führte bereits in den ersten beiden Wochen zu höheren Margen bei Superbenzin. Allerdings fielen die Auswirkungen je nach Region und Art der Tankstellenbetreiber sehr unterschiedlich aus.
Forschende des DICE (Düsseldorf Institute for Competition Economics) und des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) analysierten Preisdaten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe. Sie verglichen die 14 Tage vor und nach Inkrafttreten der Regelung. Dabei stiegen die Gewinnspannen bei Superbenzin im Schnitt um 6 Cent pro Liter, während sich bei Diesel keine klaren Veränderungen zeigten.
Die Studie ermittelte die Gewinnmargen, indem sie die Netto-Endverbraucherpreise mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) vergleicht. Jacob Schildknecht vom ZEW wies darauf hin, dass die Diesel-Margen zu starken Schwankungen unterlagen, um einen durchgehenden Anstieg nachweisen zu können. Leona Jung vom DICE betonte hingegen, dass die Reform die Gesamtpreisniveaus nicht gesenkt habe.
Besonders stark waren die Effekte in Süddeutschland zu spüren, was unter anderem auf höhere Einkommen und Unterschiede in den Lieferketten zurückzuführen ist. Kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die stärksten Margensteigerungen, während große Ketten nur geringe Zuwächse verzeichneten. Justus Haucap, Direktor des DICE, erklärte, dass die Wirkung der Reform stark von der Marktstruktur und dem Wettbewerbsniveau abhänge.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die 12-Stunden-Regel bisher vor allem der Mineralölindustrie zugutekam – und nicht den Verbrauchern. Während die Margen bei Superbenzin spürbar stiegen, blieben die Dieselpreise instabil. Die Studie unterstreicht, wie regionale und wettbewerbliche Faktoren zu den ungleichmäßigen Folgen der Reform beitragen.






