22.000 fordern in Hamburg: Schluss mit sexualisierter Gewalt – jetzt!
Siegrid Röhricht22.000 fordern in Hamburg: Schluss mit sexualisierter Gewalt – jetzt!
Große Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg
Tausende Menschen protestierten am Wochenende in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt. Vor dem Rathaus versammelten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten – eine weitere Welle von Kundgebungen, die in Berlin begonnen hatte. Anlass war der jüngste Vorwurf der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen.
Fernandes, sichtbar bewegt und mit brüchiger Stimme, richtete sich nur eine Woche nach ihrem öffentlichen Zeugnis an die Menge. Die Sicherheitsvorkehrungen waren streng: Polizeischutz war notwendig, nachdem sie Todesdrohungen erhalten hatte.
Laut den Veranstaltern nahmen etwa 22.000 Menschen teil, die Polizei sprach von 17.000. In ihrer Heimatstadt forderte Fernandes ein Ende des Schweigens über sexualisierte Gewalt und rief andere Frauen dazu auf, ihre Erfahrungen zu teilen.
Die Stimmung wurde immer angespannter, als eine Gruppe junger Frauen skandierte: "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!" Ihre Rufe hallten durch die Menge, bevor sich die Demonstration langsam dem Ende zuneigte.
Die bekannte Aktivistin Luisa Neubauer, die bereits bei der Berliner Kundgebung gesprochen hatte, betrat die Bühne. Sie fragte, warum der Bundeskanzler Überlebende sexualisierter Gewalt noch immer nicht öffentlich unterstützt habe. Neubauer verriet, dass sie eine schusssichere Weste trage und von Sicherheitskräften umgeben sei – nach Todesdrohungen, die ausnahmslos von Männern stammten. "Die schlimmste Gewalt und der größte Hass bleiben oft unsichtbar", sagte sie zur Menge.
Nach Neubauers Rede löste sich die Demonstration auf, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen langsam auseinander. Die Hamburger Kundgebung reiht sich in ähnliche Veranstaltungen in Berlin ein; weitere Proteste sind in den kommenden Wochen in Köln und München geplant.
Die Demonstration unterstrich die anhaltende Forderung nach Verantwortung und Unterstützung für Betroffene. Sowohl Fernandes als auch Neubauer betonten, wie wichtig es sei, das Schweigen über sexualisierte Gewalt zu brechen. Die Proteste zeigen eine wachsende Bewegung – mit weiteren Aktionen in ganz Deutschland zu rechnen.






