AfD mit Rekordwerten: Warum die Partei im Osten besonders stark ist
Siegrid RöhrichtAfD mit Rekordwerten: Warum die Partei im Osten besonders stark ist
Die AfD legt in Deutschland weiter zu: 20 Prozent der Wähler stehen fest hinter der Partei, weitere 8 Prozent könnten sich für sie entscheiden. In den ostdeutschen Bundesländern ist die Unterstützung noch ausgeprägter – hier zeigen sich 41 Prozent der Wähler offen für die AfD. Dennoch lehnen 60 Prozent der Ostdeutschen die Partei kategorisch ab.
Aktuelle Umfragen offenbaren eine tiefe Spaltung in der deutschen Politik. Während im Westen 24 Prozent der Wähler eine Wahl der AfD in Betracht ziehen, steigt dieser Anteil im Osten auf 41 Prozent. Doch die Tatsache, dass 60 Prozent der Ostdeutschen die Partei weiterhin entschieden ablehnen, deutet darauf hin, dass ihr Wachstum an Grenzen stößt.
Der Politikwissenschaftler Manfred Güllner warnt, eine absolute Mehrheit der AfD bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei „durchaus denkbar“. Um dies zu verhindern, könnte die Mobilisierung der gemäßigteren Wähler entscheidend sein. Millionen wahlberechtigte Bürger, die sich traditionell im Mitte-rechts- oder Mitte-links-Spektrum verorten, fühlen sich derzeit von den Programmen und Führungspersonen der etablierten Parteien nicht mehr vertreten.
Die SPD verfügt nach wie vor über ein beträchtliches Wählerpotenzial: 46 Prozent der Wahlberechtigten schätzen die Partei weiterhin. Allerdings hat ihr Fokus auf Themen wie Mindestlohn und Bürgergeld viele Beschäftigte in stabilen Arbeitsverhältnissen verprellt. Die Union (CDU/CSU) kommt auf ein ähnlich hohes Potenzial von 45 Prozent.
Bei der AfD scheint das Wählerreservoir – besonders in Ostdeutschland – weitgehend ausgeschöpft. Dennoch stellen die aktuellen Zustimmungswerte eine ernsthafte Herausforderung dar. Der Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt könnte davon abhängen, ob es den gemäßigteren Parteien gelingt, die enttäuschten Wähler bis zum Wahltag zurückzugewinnen.
