Asylbewerber in Hessen warten länger – trotz sinkender Antragszahlen
Dörthe ScheuermannGeringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Asylbewerber in Hessen warten länger – trotz sinkender Antragszahlen
Asylsuchende in Hessen müssen laut aktuellen Zahlen länger in den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben. Die durchschnittliche Verweildauer in diesen Unterkünften ist seit 2023 deutlich gestiegen – besonders bei Syrern und Türken. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der Asylanträge im Bundesland im gleichen Zeitraum spürbar zurückgegangen.
Zwischen 2023 und 2025 hat sich die Aufenthaltsdauer in hessischen Erstaufnahmelagern für manche Gruppen mehr als verdreifacht. Betroffen sind vor allem Syrer und Türken, zwei der größten Gruppen unter den Asylbewerbern. Dies fällt zusammen mit einem Rückgang der Gesamtantragszahlen in Hessen: von knapp 15.000 im Jahr 2023 auf weniger als 8.000 im vergangenen Jahr.
Bundesweit ist in Deutschland ein Rückgang der Anträge aus sogenannten sicheren Herkunftsländern zu verzeichnen. Dazu zählen Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Moldau, Senegal und Serbien. Nach deutschem Recht gelten diese Länder als frei von staatlicher Verfolgung und in der Lage, ihre Bewohner vor nichtstaatlichen Bedrohungen zu schützen. In Hessen stammte in den vergangenen drei Jahren nicht einmal ein Prozent aller Asylanträge aus einem dieser sicheren Herkunftsländer.
In ganz Deutschland haben strengere Asylregelungen und verschärfte Rückführungsmaßnahmen zu einem Rückgang der Anträge aus diesen Staaten geführt. Daten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeigen einen Rücklauf von etwa 50.000 im Jahr 2020 auf rund 20.000 im Jahr 2025.
Die Entwicklungen spiegeln sowohl verschärfte Asylbestimmungen als auch veränderte Migrationsströme wider. Während in Hessen längere Bearbeitungszeiten mit sinkenden Antragszahlen einhergehen, machen Asylgesuche aus sicheren Herkunftsländern weiterhin nur einen geringen Anteil aus. Der Trend deutet auf eine generelle Abnahme von Asylanträgen aus als risikoarm eingestuften Staaten hin.