Neuer Tarifvertrag im Nahverkehr Sachsen-Anhalts verhindert drohende Streiks
Oliver LinkeNeuer Tarifvertrag im Nahverkehr Sachsen-Anhalts verhindert drohende Streiks
Neuer Tarifabschluss für den öffentlichen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt verhindert Streiks
In Sachsen-Anhalt ist eine neue Tarifeinigung für die Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr zustande gekommen. Das am 29. April 2026 ausgehandelte Abkommen verhindert geplante Arbeitsniederlegungen, die den Verkehr in der gesamten Region hätten lahmlegen können. Nach wochenlangen Verhandlungen machten beide Seiten Zugeständnisse, um die Bedingungen final zu regeln.
Die Vereinbarung bringt für rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrere Änderungen mit sich. Die Ausbildungsvergütungen werden künftig an die TVöD-Tarifstruktur des öffentlichen Dienstes angepasst, was neuen Kräften höhere Einkommen sichert. Bus- und Straßenbahnfahrer erhielten zudem verbesserte Ruhezeiten und kürzere Höchstarbeitszeiten pro Schicht – ein Entgegenkommen bei der seit Langem kritisierten Übermüdung am Arbeitsplatz.
Für Nacht- und Sonntagsdienste wurden höhere Zuschläge durchgesetzt, was die Nettoeinkommen bei unsozialen Arbeitszeiten aufbessert. Ein weiterer wichtiger Erfolg: Beschäftigte können künftig einen Teil ihrer Jahresprämie in bis zu drei zusätzliche Urlaubstage umwandeln. Die Arbeitgeber ihrerseits verdoppelten ihre finanzielle Unterstützung für Mitarbeiter, die einen Führerschein erwerben.
Nicht alle Forderungen der Gewerkschaften setzten sich jedoch durch. Die geplante Reduzierung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden wurde im Verlauf der Gespräche fallen gelassen. Gewerkschaftsvertreter bezeichneten das Ergebnis als einen "schmerzhaften Kompromiss" für Verkehrsbetriebe, die ohnehin bereits mit knappen Haushalten kämpfen.
Der Tarifabschluss beseitigt die akute Streikgefahr und sorgt für Stabilität im Bus- und Straßenbahnverkehr Sachsen-Anhalts. Die Beschäftigten profitieren von schrittweisen Lohnerhöhungen und besseren Arbeitsbedingungen, während die Betreiber kostspielige Ausstände vermeiden. Die Vereinbarung tritt sofort in Kraft; die Änderungen werden in den kommenden Monaten stufenweise umgesetzt.






