Bahn-Chaos lähmt Stahl-, Chemie- und Autoindustrie mit Milliardenverlusten
Oliver LinkeBahn-Chaos lähmt Stahl-, Chemie- und Autoindustrie mit Milliardenverlusten
Lieferverzögerungen im Netz der Deutschen Bahn bereiten der deutschen Industrie massive Probleme. Milliardenverluste häufen sich, da die Transportkapazitäten auf der Schiene schrumpfen. Schlüsselsektoren wie Stahl, Chemie und Automobilbau kämpfen mit erheblichen Logistikengpässen.
Laut dem Wirtschaftsvereinigung Stahl ist die Bahn das wichtigste Transportmittel der Branche. Fast 50 Prozent der Stahltransporte erfolgen per Zug. Bei Salzgitter und ArcelorMittal wurde die Produktion bereits wegen der anhaltenden Bahnprobleme gedrosselt.
Auch die chemische Industrie leidet unter den Ausfällen. Wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mitteilt, werden jährlich 25 Millionen Tonnen Chemikalien auf der Schiene transportiert. Durch die Störungen kommen Rohstoffe zu spät an, während fertige Produkte in begrenzten Lagerflächen gestapelt werden.
Die Autohersteller stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigt einen Rückgang der verfügbaren Schienenkapazitäten. Viele Unternehmen sind gezwungen, auf den Straßentransport auszuweichen, um die Produktion aufrechtzuerhalten.
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup fordert dringendes Handeln. Die Deutsche Bahn müsse Güterzüge priorisieren und die Planung verbessern. Ersatzbusse für Personenzüge lösten das Problem im Güterverkehr nicht, betonte er.
Die Krise im Schienengüterverkehr trifft mehrere Branchen hart. Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie melden finanzielle Verluste und Betriebsstörungen. Ohne zuverlässige Bahnverbindungen werden Produktion und Lieferketten weiter leiden.
