Bahnstrecke Hamburg–Berlin: Nach sechs Wochen Verspätung rollen wieder Züge – doch die Probleme bleiben
Oliver LinkeBahnstrecke Hamburg–Berlin: Nach sechs Wochen Verspätung rollen wieder Züge – doch die Probleme bleiben
Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach sechs Wochen Verspätung wieder in Betrieb
Ursprünglich sollte die Modernisierung der Strecke bis Anfang Mai abgeschlossen sein, doch anhaltender Frost im Januar und Februar verzögerte die Wiedereröffnung bis Mitte Juni. Die extremen Winterbedingungen hatten die Arbeiten behindert – insbesondere die Installation des neuen europäischen Zugsicherungssystems (ETCS). Dadurch wird in fünf bis zehn Jahren eine weitere längere Vollsperrung nötig, um die Aufrüstung abzuschließen.
Während der Sperrung wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten verlängerte. Regionalverkehrspassagiere mussten monatelang auf Schienenersatzbusse ausweichen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich mittlerweile auf rund 2,7 Milliarden Euro; der einkalkulierte Puffer von 300 Millionen Euro ist vollständig aufgebraucht.
Die Strecke ist Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung Dutzender Verbindungen bis Mitte der 2030er-Jahre. Doch schon kurz nach der Wiederinbetriebnahme gab es Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge fielen aus dem Takt.
Die Strecke Hamburg–Berlin ist zwar wieder befahrbar, doch die Herausforderungen bleiben. Das ETCS-System steht noch aus, weitere Sperrungen sind absehbar – und das Budget ist gestiegen, während die Rücklagen erschöpft sind.
