Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Pumuckl, Dürer-Hasen und Trachtenfiguren
Siegrid RöhrichtWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive auf dem Vormarsch - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Pumuckl, Dürer-Hasen und Trachtenfiguren
Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch Versionen mit lokalen Kultursymbolen ersetzt. Die Umstellung stößt bei Anwohnern auf Begeisterung, sorgt aber auch bei regionalen Behörden für Bedenken. Einige Kommunen haben die Änderungen sogar nach anfänglichen Ablehnungen selbst finanziert.
Der Trend reicht von berühmten literarischen Figuren über historische Kunstwerke bis hin zu traditioneller Tracht.
Das erste bekannte Beispiel thematischer Ampeln in Deutschland tauchte im November 2016 in Mainz auf, als die Stadt die Mainzelmännchen einführte. Bayern hat die Idee seitdem mit eigenen regionalen Akzenten übernommen.
In München zeigen seit Anfang 2025 drei Kreuzungen im Stadtteil Lehel den Pumuckl, den schelmischen Kobold aus Kinderbüchern. Nürnberg wiederum stattete im Februar 2026 die Äußere Laufer Gasse mit einer Fußgängerampel aus, die Albrecht Dürers "Feldhase" abbildet. Anders als andere Städte holte Nürnberg keine Genehmigung der Landesregierung ein – mit der Begründung, allein für die Ampeln und mögliche Vorfälle verantwortlich zu sein.
Straubing entschied sich für den "Bruder Straubinger", eine Figur aus der lokalen Folklore, während in Dachau die Ampeln Fußgänger in traditioneller bayerischer Tracht zeigen. Aufgrund positiver Rückmeldungen plant die Stadt eine Ausweitung des Projekts; jede neue Gestaltung kostet rund 300 Euro für Schablonen und Grafikarbeiten. Auch Augsburg stieg ein und erhielt vom Regierungsbezirk Schwaben eine Sondergenehmigung für eine "Kasperl"-Ampel in der Nähe des Theaters.
Hofs Vorschlag für einen "Wärschtlamo" – einen beliebten lokalen Würstchenverkäufer – wurde zunächst abgelehnt, später aber doch genehmigt, nachdem die SPD-Stadtratsfraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm. Deggendorf verpasste seinen Ampeln ebenfalls einen regionalen Touch, indem es eine Frau darstellte, die Knödel wirft.
Doch nicht alle stehen hinter dem Trend. Das bayerische Innenministerium bevorzugt standardisierte Designs und warnt, dass individuelle Figuren die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten. Behörden äußerten zudem Kritik daran, Ampeln für soziopolitische Botschaften zu nutzen.
Die Umstellung auf thematische Fußgängersignale spiegelt den wachsenden Wunsch wider, lokale Identität im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Städte wie Dachau und Hof planen trotz der Vorbehalte des Ministeriums weitere Installationen. Vorerst bleiben die Ampeln bestehen – eine Mischung aus alltäglicher Infrastruktur und regionaler Kultur.






