Berlin verzeichnet 40 Prozent mehr Einbürgerungen – doch der Bearbeitungsstau wächst
Oliver LinkeBerlin verzeichnet 40 Prozent mehr Einbürgerungen – doch der Bearbeitungsstau wächst
Berlin verzeichnet 2024 starken Anstieg bei Einbürgerungen
Im Jahr 2024 wurden in Berlin 21.811 Migrantinnen und Migranten eingebürgert – ein Plus von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der deutliche Anstieg folgt auf Veränderungen bei der Bearbeitung von Anträgen sowie umfassendere rechtliche Reformen.
Seit Januar 2024 obliegt die Durchführung der Einbürgerungsverfahren dem Landesamt für Einwanderung, das die Zuständigkeit von den Berliner Bezirksämtern übernommen hat. Die Zentralisierung sollte die Abwicklung beschleunigen, doch blieben Verzögerungen bestehen. Bis Mitte Dezember 2025 hatte die Behörde 37.877 Anträge genehmigt; für das gesamte Jahr werden zwischen 39.000 und 39.500 Einbürgerungen erwartet.
Der Bearbeitungsstau führt bei Antragstellenden zu wachsender Unzufriedenheit. Allein 2025 wurden 1.683 Anträge abgelehnt, während viele weitere unentschieden blieben. In der Folge stiegen Klagen wegen behördlicher Untätigkeit stark an. Das Berliner Verwaltungsgericht verzeichnete bis November 2025 insgesamt 1.997 neue eingereichte Klagen in Zusammenhang mit Staatsangehörigkeitsfragen, darunter 1.039 Fälle, die explizit Verzögerungen anführten. Bundesweit trug die im Juni 2024 in Kraft getretene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zum Anstieg der Antragszahlen bei. Gleichzeitig treiben anhaltende politische Debatten über Asylbeschränkungen und die Regeln zur Familienzusammenführung viele Migrantinnen und Migranten dazu, die Einbürgerung früher als geplant zu beantragen.
Die Zahl der Einbürgerungen in Berlin wächst weiterhin – angetrieben durch rechtliche Änderungen und Umstellungen in der Bearbeitung. Mit Tausenden noch ausstehenden Fällen verdeutlichen der Rückstau und die zunehmenden Klagen die bevorstehenden Herausforderungen. Behörden rechnen damit, dass sich der Trend fortsetzt, während Reformen und politische Diskussionen die Migrationsbewegungen prägen.