Berliner Philharmoniker vor Umzug: Tempelhof oder ICC als Interimslösung?
Oliver LinkeBerliner Philharmoniker vor Umzug: Tempelhof oder ICC als Interimslösung?
Die Berliner Philharmoniker stehen vor einer umfassenden Sanierung, die 2032 beginnen soll. Das groß angelegte Projekt wird den Umzug des Orchesters in eine vorübergehende Spielstätte erfordern. Als mögliche Standorte werden das Internationale Congress Centrum (ICC) und der ehemalige Flughafen Tempelhof geprüft.
Die Pläne für die Zukunft der Philharmoniker haben unter Stadtpolitikern eine Debatte ausgelöst. Während der Bauarbeiten muss das Orchester sein Stammhaus verlassen und benötigt eine Spielstätte für etwa 2.300 Zuschauer mit geeigneter Akustik. Eine Machbarkeitsstudie schlägt den Flughafen Tempelhof als mögliche Lösung vor: In den historischen Hangars könnten zwei neue Konzerthallen für rund 1,15 Milliarden Euro entstehen.
Andrea Zietzschmann, die Intendantin des Orchesters, äußerte jedoch Bedenken gegenüber dem ICC. Sie verwies auf akustische Mängel und notwendige Sanierungsarbeiten als erhebliche Nachteile. Die endgültige Entscheidung könnte von der neuen Berliner Landesregierung abhängen, da der Nutzen des Projekts angesichts finanzieller Zwänge umstritten bleibt.
Die Sanierung selbst umfasst ein vollständiges technisches Upgrade, verbesserte Brandschutzmaßnahmen und modernisierte Backstage-Bereiche. Die Arbeiten sollen unmittelbar nach den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Philharmoniker im Jahr 2032 beginnen. Unterdessen bleibt ungewiss, ob der Vertrag von Zietzschmann über 2028 hinaus verlängert wird – trotz ihrer allgemein anerkannten Verdienste.
Die Wahl des Interimsstandorts und die Gestaltung der Sanierung werden die nächste Phase der Philharmoniker prägen. Die vorübergehende Spielstätte muss höchste Ansprüche an Akustik und Kapazität erfüllen. Berlins politische Führung wird eine Schlüsselrolle spielen, um das Projekt zwischen kulturellen Ambitionen und finanziellen Rahmenbedingungen auszubalancieren.
