Bierstadts Kerb-Fest feiert Tradition und Zusammenhalt auf dem Fichteplatz
Oliver LinkeBierstadts Kerb-Fest feiert Tradition und Zusammenhalt auf dem Fichteplatz
Das jährliche Kerb-Fest in Bierstadt ist am Wochenende auf dem Fichteplatz gestartet – eine Mischung aus Tradition und stolzem lokalem Zusammengehörigkeitsgefühl. Dr. Gerhard Obermayr, der Stadtratpräsident und gebürtige Bierstadter, eröffnete die Feierlichkeiten mit einer Hommage an den engen Zusammenhalt und den unverwechselbaren Charakter seines Stadtteils. Was als schlichtes Fassanstich begann, entwickelte sich schnell zu einem Bekenntnis zur Identität des Viertels.
Vor einer Menge aus Nachbarn und Gästen sprach Obermayr über seine Wurzeln in Bierstadt. Zwar zog er Vergleiche zur Insel Fehmarn, doch sein Herz schlage für seine Heimatstadt. Der Platz sei weit mehr als nur ein Festgelände – er stehe für das, was die Bierstadter ausmache: laut, herzlich, eigenwillig und echt.
An seiner Seite standen Dr. Patricia Becher, Leiterin des Stadtamts, Bezirkvorsteher Rainer Volland sowie lokale Persönlichkeiten wie Jasmin I., bekannt als die Bembel-Fee, und Viktoria I., die Blumenkönigin von Naurod. Obermayr begrüßte zudem Gäste aus den Nachbarortteilen Auringen, Kloppenheim und Dotzheim als "Freunde der Gemeinschaft". Die Bierstadt-Mädels sorgten für zusätzliche Stimmung und unterstrichen die tiefen lokalen Wurzeln des Festes.
Die Kerb blickt auf eine Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich als Kirchweih entstanden, hat sie sich zu einem modernen Bierfest mit Fahrgeschäften, Blasmusik und Bräuchen wie dem Kerbkerl-Wettbewerb oder Gerichten wie der Kerwawascht entwickelt. Doch trotz aller Modernisierung bewahrt die Veranstaltung ihren familienfreundlichen Charakter und besondere Traditionen – etwa die Krönung eines Kerb-Königs oder den Umzug der örtlichen Vereine. Obermayr betonte, der Fichteplatz werde sich nicht von städtischen Planungstrends vereinnahmen lassen: Er bleibe ein Symbol für Bierstadts Weigerung, sich um jeden Preis zu verändern.
In diesem Jahr war die Kerb mehr als nur ein Fest – sie war ein öffentliches Bekenntnis zum Bierstadter Lebensgefühl. Die Mischung aus alten Bräuchen und neuen Attraktionen lockte viele Besucher an, doch die Botschaft war klar: Weder der Platz noch die Menschen, die ihn prägen, werden aus den Augen verlieren, was ihr Viertel einzigartig macht. Seit über 150 Jahren spiegelt das Fest die Gemeinschaft wider – widerstandsfähig, gastfreundlich und ohne falsche Kompromisse.






