KNDS verhandelt mit Mercedes und VW über Übernahme von Werken für Rüstungsproduktion
Oliver LinkeKNDS verhandelt mit Mercedes und VW über Übernahme von Werken für Rüstungsproduktion
Deutscher Rüstungskonzern KNDS baut Produktionskapazitäten aus – Verhandlungen mit Mercedes und VW über Werksübernahmen
Der deutsche Rüstungsverbund KNDS erweitert seine Produktionsmöglichkeiten mit umfangreichen Investitionen und möglichen Werksübernahmen. Das Unternehmen steht sowohl mit Mercedes-Benz als auch mit Volkswagen in Gesprächen, um neue Standorte für die Fertigung militärischer Fahrzeuge zu sichern. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund geplanter Großaufträge der Bundeswehr für gepanzerte Fahrzeuge in naher Zukunft.
KNDS baut seine Präsenz in der deutschen Rüstungsindustrie bereits seit einiger Zeit aus. 2021 übernahm das Unternehmen das Alstom-Werk in Görlitz – ein erster Schritt in seiner Expansionsstrategie. Nun prüft es den Kauf des Volkswagen-Werks in Osnabrück, wo die Produktion 2027 enden soll. Volkswagen erklärte, man lotet „nachhaltige Perspektiven“ für den Standort über dieses Datum hinaus aus.
Parallel laufen separate Verhandlungen mit Mercedes-Benz über das Werk in Ludwigsfelde. Der Automobilhersteller plant, die Produktion des Sprinter-Transporters ab etwa 2030 von Ludwigsfelde nach Jawor in Polen zu verlagern. KNDS erwägt, Teile der Anlage anzumieten, um dort militärische Fahrzeuge zu fertigen – parallel zu den verbleibenden Mercedes-Nutzfahrzeugaktivitäten. Gelingt die Einigung, würde sie auch die Übernahme des Werks und der Belegschaft umfassen.
Die Expansionspläne passen zu KNDS’ Vorhaben, rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der Kapazitäten für Panzer und militärische Fahrzeuge zu investieren. Dies steht im Zusammenhang mit Erwartungen, dass die Bundeswehr in den kommenden Monaten bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer ordern wird. Zudem führt das Unternehmen Gespräche mit weiteren Firmen, um zusätzliche Produktionsflächen zu sichern.
Die potenziellen Übernahmen und Investitionen würden die Fähigkeit von KNDS deutlich stärken, die wachsende militärische Nachfrage zu bedienen. Die Verhandlungen mit den großen Automobilherstellern spiegeln einen breiteren Trend wider, die deutsche Rüstungsproduktion auszubauen. Falls die Deals zustande kommen, könnten die Standorte Ludwigsfelde und Osnabrück zu zentralen Drehscheiben für die Fertigung gepanzerter Fahrzeuge werden.






