Bistum Mainz erzielt überraschenden Millionenüberschuss trotz sinkender Kirchensteuern
Oliver LinkeBistum Mainz erzielt überraschenden Millionenüberschuss trotz sinkender Kirchensteuern
Das Bistum Mainz verzeichnet für das Haushaltsjahr 2025 einen Überschuss von 87 Millionen Euro. Dieses unerwartete Ergebnis fällt trotz steigender Kosten und nur eines leichten Anstiegs der Kirchensteuereinnahmen aus. Der Überschuss ist vor allem auf eine einmalige buchhalterische Anpassung in Höhe von 61,5 Millionen Euro zurückzuführen, die sich aus der Auflösung von Pensions- und Versorgungsrückstellungen ergibt.
Die Kirchensteuer blieb mit 224,7 Millionen Euro im Jahr 2025 die Hauptinnahmequelle des Bistums. Der geringe Einnahmenzuwachs resultierte aus höheren Kapitalertragssteuern, reichte jedoch nicht aus, um die wachsenden Ausgaben zu decken. Der Staat hat zugesagt, einen größeren Anteil der Pensionskosten für verbeamtete Lehrkräfte an privaten Schulen zu übernehmen, was die finanzielle Belastung etwas verringert.
Die Diözese hat den Überschuss von 87 Millionen Euro bereits in ihre Rücklagen überführt. Für das Jahr 2026 rechnet sie mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 225,7 Millionen Euro. Dennoch werden Inflation und steigende Kosten die Finanzen weiterhin belasten.
Um die langfristige Stabilität zu sichern, plant das Bistum eine Konsolidierungsstrategie. Dazu gehören die Konzentration auf Kernaufgaben, der Abbau von Dienstleistungen, der Verkauf von Immobilien und die Senkung der Fixkosten. Zudem wird der demografische Wandel und eine alternde Belegschaft zu einem natürlichen Rückgang der Personalkosten führen. Durch Kirchenaustritte und demografische Veränderungen werden die Kirchensteuereinnahmen voraussichtlich weiter sinken.
Das Bistum hat schnell gehandelt, um seine finanzielle Lage zu stärken: Der Überschuss wurde gesichert, und Sparmaßnahmen sind bereits eingeleitet. Diese Schritte sollen die Stabilität des Bistums auch angesichts rückläufiger Einnahmen in den kommenden zehn Jahren gewährleisten.
