Brandanschlag löst tagelangen Stromausfall in Südwest-Berlin aus – Wegner in der Kritik
Siegrid RöhrichtWegner gibt Statement zur Stromausfall - Brandanschlag löst tagelangen Stromausfall in Südwest-Berlin aus – Wegner in der Kritik
Großflächiger Stromausfall legt Südwest-Berlin lahm – politische Folgen nach Brandanschlag
Am 3. Januar traf ein massiver Stromausfall den Südwesten Berlins und ließ zehntausende Haushalte tagelang ohne Elektrizität. Auslöser war ein mutmaßlicher Brandanschlag auf eine Kabelbrücke, für den sich linksextremistische Gruppen verantwortlich erklärten. Die Vorfälle lösten eine politische Debatte aus, insbesondere über das Krisenmanagement des regierenden Bürgermeisters Kai Wegner.
Der Blackout begann in den frühen Morgenstunden des 3. Januar, als ein Feuer eine zentrale Kabelbrücke über den Teltowkanal in Berlin-Lichterfelde beschädigte. Die Vulkangruppe, ein linksextremistisches Kollektiv, bekannte sich zu dem Anschlag, durch den rund 50.000 Haushalte und über 2.000 Unternehmen von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Besonders betroffen waren Stadtteile wie Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, wo einige Anwohner Tage auf die vollständige Wiederherstellung der Versorgung warten mussten.
Während Techniker an der Reparatur arbeiteten, wuchs die Kritik an Bürgermeister Wegner. Medienberichten zufolge hatte er am ersten Tag der Krise Tennis gespielt – eine Information, die er in seinen ersten öffentlichen Stellungnahmen nicht erwähnte. Gegner aus mehreren Parteien warfen ihm vor, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben, während die rechtspopulistische AfD seinen Rücktritt wegen des Krisenmanagements forderte. Erst am 7. Januar war die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt, doch die politische Auseinandersetzung hält an. Abgeordnete bereiten sich nun auf eine hitzige Sitzung im Abgeordnetenhaus vor, in der Wegner am Donnerstag Rede und Antwort zu seiner Krisenbewältigung stehen wird. Im Mittelpunkt der Debatte werden voraussichtlich Transparenz und Führung in Notlagen stehen.
Der Stromausfall legte nicht nur Schwachstellen in der Berliner Infrastruktur offen, sondern vertiefte auch die politischen Gräben. Während Wegner seine Vorgehensweise verteidigen wird, könnte die Diskussion künftige Notfallpläne prägen. Gleichzeitig bleibt die Bewältigung der Folgen für die rund 45.000 betroffenen Haushalte und Unternehmen eine centrale Herausforderung.