14 January 2026, 13:01

Brandenburgs Bauern sitzen auf 4.000 Tonnen unverkauften Kartoffeln fest

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines überlaufenden Korbes mit Kartoffeln auf dem Boden mit Text unten.

Verein: Auch in Brandenburg - Kartoffelüberschuss wird verteilt - Brandenburgs Bauern sitzen auf 4.000 Tonnen unverkauften Kartoffeln fest

Rekord-Kartoffelüberschuss in Brandenburg: Bauern kämpfen mit Absatz – Sozialverbände fordern Umverteilung

Ein massiver Überschuss an Kartoffeln stellt Landwirte in Brandenburg vor große Probleme: Tausende Tonnen der Ernte bleiben unverkauft. Allein in der Region um Leipzig lagern 4.000 Tonnen, die niemand abnehmen will. Immer lauter werden nun Forderungen, die Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen, statt sie verrotten zu lassen. Wohlfahrtsverbände und Medienkampagnen haben sich der Sache angenommen, um die Kartoffeln noch vor dem Verderb sinnvoll zu nutzen.

Die Bauern in Brandenburg ernteten 2025 insgesamt 403.100 Tonnen Kartoffeln auf einer Anbaufläche von rund 11.400 Hektar. Die überdurchschnittlich hohe Ernte hat zu dem geführt, was Henrik Wendorff, Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, als "Kartoffelschwemme" bezeichnet – ein solch großes Überangebot, dass Käufer fehlen. Ein Teil der Bestände wurde bereits in Biogasanlagen zur Energiegewinnung geleitet.

Die Wohlfahrtsorganisation Volkssolidarität Brandenburg drängt auf einen landesweiten Plan, um die überschüssigen Kartoffeln an Tafeln, Suppenküchen, Schulen und Kitas zu verteilen. Man argumentiert, dass genießbare Lebensmittel nicht entsorgt oder verbrannt werden dürfen, während viele Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. Wendorff jedoch, der die gute Absicht anerkennt, zweifelt an der langfristigen Umsetzbarkeit. In Berlin haben die Berliner Morgenpost und die Suchmaschine Ecosia unterdessen eine Kampagne gestartet, um vier Millionen Kilogramm Kartoffeln kostenlos an Haushalte zu verteilen. Ziel ist es, die Ernte durch schnelle Weitergabe vor dem Verderb zu bewahren. Bisher gibt es jedoch keine offizielle Erhebung, wie viele lokale Erzeugergemeinschaften in Brandenburg die Idee unterstützen, Überschüsse an soziale Einrichtungen zu spenden.

Der Kartoffelüberschuss hat bereits erste Sofortmaßnahmen ausgelöst: Sozialverbände und Medieninitiativen arbeiten daran, die Ernte umzuverteilen. Gelingen die Bemühungen, könnten Lebensmittelverschwendung verhindert und gleichzeitig Bedürftige versorgt werden. Doch eine langfristige Lösung steht noch aus – Landwirte und Behörden müssen noch abwägen, wie sich das Problem nachhaltig lösen lässt.