Bundeselternrat fordert Schüler-ID gegen Chaos im Bildungssystem
Bundeselternrat drängt auf bundesweites Schüler-Identifikationssystem zur Lösung langjähriger Probleme im zersplitterten Bildungssystem
Der Bundeselternrat setzt sich für die Einführung einer bundesweiten Schüler-ID ein, um die seit langem bestehenden Defizite im föderalen Bildungssystem Deutschlands zu beheben. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Datenaustausch zwischen den Bundesländern zu vereinfachen und sicherzustellen, dass Kinder bei Umzügen oder Schulwechseln zeitnah die notwendige Förderung erhalten.
Die Forderung nach einer einheitlichen Schülerkennnummer kommt nach Jahren der Verzögerungen, die durch inkompatible IT-Systeme in den 16 Bundesländern verursacht wurden. Familien, die innerhalb Deutschlands umziehen, sehen sich häufig wiederholten Überprüfungen von Förderbedarfen ausgesetzt, da Schülerakten nicht reibungslos übertragen werden. Dadurch müssen Kinder oft Wochen oder sogar Monate auf die Unterstützung warten, die ihnen gesetzlich zusteht.
Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, bezeichnete das System als "längst überfällig". Sie betonte, dass eine standardisierte ID eine verlässliche Grundlage für die bundesweite Nachverfolgung von Bildungsverläufen schaffen würde. Wichtige Informationen – etwa zum Lernfortschritt oder zu besonderem Förderbedarf – könnten so kontinuierlich aktualisiert und für berechtigte Mitarbeiter zugänglich sein.
Der Rat verweist auf bestehende digitale Infrastrukturen wie die elektronische Patientenakte oder das ELSTER-Steuerportal als Beleg dafür, dass ein solches System sowohl praktikabel als auch sicher umsetzbar ist. Gleichzeitig stellte der Bundeselternrat klar, dass vor der Einführung strenge Datenschutzmaßnahmen gewährleistet sein müssten. Ziel sei es, Schülern einen nahtlosen Zugang zu ihren eigenen Unterlagen zu ermöglichen, ohne dass sensible Daten missbräuchlich genutzt werden könnten.
Würde die bundesweite Schüler-ID eingeführt, ließen sich die aktuellen Datenlücken schließen, die Familien bei Umzügen vor erhebliche Probleme stellen. Schulen hätten sofortigen Zugriff auf verifizierte Unterlagen, was den administrativen Aufwand verringern und Kindern eine durchgängige Förderung sichern würde. Der Vorschlag wird nun in den Gremien der Landesbildungsbehörden weiter beraten.






