19 March 2026, 20:34

CDU-Spaltung: Merz' Kurswechsel entzweit Union und belastet EU-Migrationspolitik

Deutsches Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa.

CDU-Spaltung: Merz' Kurswechsel entzweit Union und belastet EU-Migrationspolitik

In der deutschen Unionspartei eskalieren die Spannungen, nachdem CDU-Chef Friedrich Merz seine politische Haltung spürbar verschoben hat. Einst ein scharfer Kritiker Angela Merkels, scheint er sich nun stärker an ihr Erbe anzulehnen. Der jüngste Konflikt entstand durch einen öffentlichen Angriff auf den CSU-Verbündeten Manfred Weber – ein Zeichen für tiefe Gräben in der EU-Migrationspolitik.

Unterdessen warnt die SPD vor Verzögerungen bei einer zentralen Resolution, während die Zugewinne der Rechtsextremen bei Landtagswahlen den Druck auf die etablierten Parteien erhöhen.

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Auslöser des Streits war ein Bündnis von EVP-Abgeordneten, darunter Weber, mit rechtspopulistischen Kräften, um strengere Abschieberegeln zu blockieren. Deutsche Politiker reagierten empört und warfen der Gruppe vor, ein mühsam ausgehandeltes Migrationsabkommen zu untergraben. Merz forderte Konsequenzen für Weber und verlangte, dessen Vorgehen zu stoppen.

Auf dem jüngsten CDU-Parteitag würdigte Merz ausgerechnet Merkel – ein bemerkenswerter Kontrast zu seiner früheren Kritik. Die Kehrtwende fällt mit schwachen Kommunalwahlergebnissen in Bayern und Hessen zusammen, wo die AfD deutliche Zuwächse verzeichnete. Beobachter deuten den Kurswechsel als Versuch, die Parteibasis angesichts des Rechtsrucks zu stabilisieren.

Die SPD droht nun, jede EU-Parlamentsresolution zur Migration zu blockieren, und wirft den Unionsführungen vor, sich linken Forderungen zu beugen. Damit riskiert sie, die von der schwarz-roten Koalition beschlossenen Politiken zu torpedieren. Der schwedische Demokrat Charlie Weimers kritisierte unterdessen Berlins Weigerung, mit rechtsextremen Gruppen zusammenzuarbeiten, und bezeichnete die "Brandmauer-Logik" als überholt.

Trotz interner Querelen bleibt das CDU/CSU-Bündnis in der EVP formal intakt – eine offizielle Neuausrichtung der Zusammenarbeit steht aus. Die aktuelle Koalitionsregierung konzentriert sich unterdessen auf nationale Finanzthemen, etwa die Senkung der Luftverkehrssteuer ab Juli 2026, ohne die EU-Ebene direkt zu berühren.

Der Streit offenbart den Balanceakt der CDU zwischen konservativer Basis und gemäßigter Tradition. Angesichts der AfD-Erfolge deutet Merz' Annäherung an Merkels Linie auf einen strategischen Kurswechsel hin. Das Schicksal der Migrationsresolution hängt nun davon ab, ob es den Unionsführungen gelingt, ihre internen Konflikte beizulegen.

Quelle